<<  Zurück
New Collar Jobs

How to New Collar: Arbeiten an der Schnittstelle von Mensch und …Mensch

In keinem anderen Bereich treffen Mensch und Maschine so offensichtlich aufeinander wie in der Produktion. Guten Tag, Kollege Roboter!

In keinem anderen Bereich wird aber auch deutlich, wie sehr Digitalisierung immer noch als rein technologischer Prozess gedacht wird. Alle reden darüber, was die Menschen mit den Maschinen machen und die Maschinen mit den Menschen. Das Entscheidende ist aber: Wie wirkt sich die Automatisierung auf das Zusammenspiel der Menschen im Unternehmen aus?

In Zukunft werden nicht (nur) die Maschinen wichtiger – sondern vor allem die Menschen, die mit ihnen arbeiten. Sie brauchen neue Skills für neue Jobs an der Schnittstelle von Mensch und Technik – und an der Schnittstelle von Mensch und Mensch! Denn während Roboter quasi als vernetzte Wesen geboren werden, müssen die entsprechenden „Sensoren“ bei den Mitarbeiter*innen in der Produktion erst aktiviert und geschult werden.

Wie kann das gelingen? Wie sieht so ein „New Collar Update“ aus? Welche Skills werden wichtiger? Wie können Mitarbeiter*innen sich für diese neuen Jobs qualifizieren? Was muss sich strukturell im Unternehmen ändern, um Kompetenzen für Neues Arbeiten an Schnittstellen zu entwickeln und zu halten? Unsere drei Thesen dazu:

1. New Collar ist nicht einfach Blue Collar mit Internetzugang. New Collar Jobs bringen ganz neue Tätigkeiten und Anforderungen mit sich.

Alles, was sich in 1 und 0 übersetzen lässt, wird wahrscheinlich zukünftig von Robotern erledigt werden.

Müssen jetzt also alle Programmieren lernen?

Jein.

Es geht vielmehr darum, die Technologie zu verstehen, mit der wir arbeiten. Sie uns zunutze zu machen, statt ihr ausgeliefert zu sein. Darüber hinaus werden aber auch und vor allem „softe“ Skills wichtiger, also alles, was uns als Menschen von den Maschinen unterscheidet:

  • Kreativität
  • Empathie
  • kritisches Denken
  • Vertrauen aufbauen
  • lernen wollen
  • überzeugend kommunizieren
  • eigeninitiativ handeln
  • Konflikte lösen
  • Verantwortung übernehmen.

Alle Skills zusammengenommen – technische wie „softe“ – ergeben im Prinzip eine Digitalkompetenz. Die Aufgabe von Talentmanagement und Recruitment in Unternehmen wird es noch viel stärker sein, diese Kompetenz bewusst zu machen und aktiv zu fördern.

2. New Collar heißt: Vernetzung schlägt Lebenslauf.

New Collar Skills sind vor allem: New. Keine Lehrbücher wurden über sie geschrieben. Viele der Tätigkeiten, die Menschen in Zukunft machen werden, gibt es noch gar nicht. Sie stehen in keinem Lebenslauf und brauchen kein Zertifikat oder Abschlusszeugnis. Sie entstehen mit dem technologischen Fortschritt, sind in Bewegung und verändern sich im Laufe eines Arbeitslebens immer wieder.

Was heißt das für die Aus- und Weiterbildung von New Collar-Fachkräften?

„Training through Community“ wird wichtiger, also das Lernen von und miteinander im Unternehmen. Dafür sind offene Strukturen und Kommunikationsräume nötig, zu denen ALLE Mitarbeiter*innen Zugang haben, ob am Schreibtisch oder in der Produktionshalle und unabhängig von Abteilung und Position. Jede*r kann ein*e Mentor*in sein, fast jeder Job lässt sich im Jobsharing-Tandem erledigen, jede*r kann von anderen etwas lernen, seinen oder ihren Horizont erweitern und diese Erkenntnisse in unternehmensrelevante Handlungen umsetzen. Wir müssen nur wollen!

3. New Collar heißt auch: Es zählt das Potential, weniger die Erfahrung.

Wie flexibel bist du? Wie gut kannst du dich selbst organisieren? Wie gut kannst du im Team arbeiten? Möchtest du Verantwortung übernehmen? Hast du Lust, etwas Neues zu lernen? Um diese Fragen kommt niemand mehr herum, wenn neue Stellen besetzt werden. Sie wiegen schwerer als Arbeitsjahre oder Stationen im Lebenslauf. Denn wo komplett neue Arbeitsfelder entstehen, verliert Erfahrungswissen an Relevanz. Offenheit und Vernetzungskompetenz sind gefragt!

Dieser neue Fokus muss sich auch in Stellenbeschreibungen widerspiegeln. Und zwar nicht nur auf der Anforderungsseite, sondern auch darin, wie Unternehmen sich präsentieren. Laut einer Umfrage im Rahmen des „Blue Collar Kompass“ wünschen sich Kandidat*innen aus dem Produktionsbereich mehr Informationen zu den Kolleg*innen, mit denen sie zusammenarbeiten werden. 77 Prozent der Befragten beklagten fehlende Team-Informationen auf den Karriereseiten von Unternehmen. Das zeigt einmal mehr: Menschen wollen sich mit anderen Menschen verbinden! Diese Tatsache sollten und müssen Unternehmen zukünftig noch viel stärker nutzen.

Fazit: Wenn Maschinen smarter werden, müssen Menschen es erst recht. Sich zu vernetzen und bereichsübergreifend zu lernen, muss als Kernkompetenz von New-Collar-Mitarbeiter*innen im Unternehmen kommuniziert und gefördert werden. Denn im Zuge der Automatisierung werden vielleicht manche Jobs überflüssig, nicht aber die Menschen im Unternehmen.

You name it – we match it! Mit unserer Tandemploy SaaS wird „Training through Community“ unkompliziert möglich. Mitarbeitende können sich mit wenigen Klicks zu Mentoring-Duos, Tandems, Projektteams oder einfach für ein gemeinsames Lunch zusammenfinden. Hier geht’s zur Webdemo.

Digitale Transformation in KMU: Interview mit Christoph Gerhold von TalentChamp

Tandemploy’s Secret Sauce: Darum wollen Unternehmen nicht mehr auf uns verzichten

Jobsharing - ein Modell für viele Zielgruppen

Auch ein Modell für mich? Warum Jobsharing viele Zielgruppen hat