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BPM goes Tandemploy: „In Zukunft werden Organisationen einen Wettbewerbsvorteil haben, die ihre Belegschaft als Talentpool begreifen.“

BPM meets Tandemploy: Seit dieser Woche können die 4.700 Mitglieder des Bundesverband der Personalmanager (BPM) die Tandemploy Matching-Software nutzen, um sich zu vernetzen, für Mentorings zusammenzufinden oder sich auf kurzem Wege mit Expert*innen zu verbinden. Im Interview geben BPM-Vizepräsident Frank Kohl-Boas und Tandemploy-CEO Jana Tepe einen Einblick in die Kollaboration und einen Ausblick, wie Vernetzung Organisationen nachhaltig transformieren kann.

Lieber Frank, der BPM und Tandemploy arbeiten in Zukunft noch enger zusammen. Der Verband nutzt die Tandemploy Matching-Software zur Vernetzung seiner Mitglieder. Warum ist die Kollaboration aus deiner Sicht „a perfect match“?

Frank: Als Verband wissen wir um die steigende Relevanz digitaler Tools. Und als großes Netzwerk für Personaler und Personalerinnen sind wir immer auf der Suche nach neuen Formen des Sich-Vernetzens. So sind wir sehr schnell auf Tandemploy gestoßen. Tandemploy ermöglicht unseren Mitgliedern mit seiner technischen Plattform und Erfahrung ein gutes Nutzererlebnis  und lädt damit zur aktiven Nutzung der Angebote ein. Anna, Jana und ihr Team waren von Anfang an mit großer Leidenschaft für moderne Personalarbeit dabei. Mit ihrem stets lösungsorientierten Engagement haben wir großartige Partner an unserer Seite, mit denen die Zusammenarbeit Freude macht.

Eure Mitglieder sind Personalmanager*innen aus Unternehmen unterschiedlicher Größe und aus verschiedenen Branchen. Gab es entsprechend gemischte Reaktionen auf die Einführung einer ja doch sehr innovativen Vernetzungslösung? Hattest du das Gefühl, alle sind bereit dafür oder gab es auch Vorbehalte?

Frank: In der großen Vorstandsrunde des BPM, also im Präsidium und unter den Fach- und Regionalgruppenleitern, sind PersonalerInnen aus allen Branchen und Strukturen – vom Familienbetrieb bis hin zum multinationalen Konzern. Bei allen herrschte in meiner Wahrnehmung eine große Begeisterung über die mit dem Tool geschaffenen verschiedenen Möglichkeiten des Sich-Vernetzens, weil es für alle Mitmachenden einen konkreten Mehrwert bietet. Dabei stieß insbesondere das Matchen von Mentoring-Tandems, das Ausgangspunkt unserer Überlegungen war, auf sehr positive Resonanz. Vor allem Kolleginnen und Kollegen, die durch Größe, Branche, finanzielle Mittel oder räumliche Lage der eigenen Organisationen bisher keine solche Möglichkeit des gegenseitigen Lernens haben, sind hiervon sehr angetan. Wer das in unserer digitalen, vernetzten Welt als Chance begreift, hat eine einzigartige Gelegenheit, sich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln und kann die eigene Organisation auf dem Weg in die Zukunft unterstützen.

Liebe Jana, normalerweise nutzen Unternehmen die Tandemploy-Software, um ihren Wissenstransfer zu fördern. Nun kommt mit dem BPM als führender Vereinigung für Personaler*innen ein Verband als Kunde dazu. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Jana: Wir kooperieren schon länger mit dem BPM, führen immer wieder gemeinsam Innovationstouren oder Workshops durch. Als sie dann eine Lösung suchten, um ihre Mitglieder noch besser miteinander zu vernetzen und den Wissensaustausch untereinander zu erleichtern, war es naheliegend, gemeinsam über einen Einsatz unserer Software zu sprechen. Für uns ist es tatsächlich das erste Mal, dass unser Tool in einem unternehmensübergreifenden Netzwerk zum Einsatz kommt, es ergibt aber total Sinn, da ja auch ein großer Verband wie der BPM im Grunde wieder eine Organisation ist – mit unterschiedlichsten Talenten, Expertisen und vor allem vielen Menschen, die den Austausch mit anderen suchen und schätzen. Dieses Netzwerk auch digital abzubilden und durch unsere Software hoffentlich noch enger zusammenrücken zu lassen, darauf freuen wir uns schon sehr!

 

„Nun auch Mentoring und eine Expertensuche gezielt anzubieten und eine Möglichkeit zum regelmäßigen Austausch zu schaffen ist die konsequente Weiterentwicklung und Verstetigung unserer Arbeit.“ (Frank Kohl-Boas, Vizepräsident BPM)

Frank, in Krisenzeiten kann sich die Verbandsarbeit erfahrungsgemäß in zwei sehr unterschiedliche Richtungen entwickeln: Sie gerät einerseits für Unternehmen aus dem Fokus, weil diese sehr mit sich selbst und der Krisenbewältigung zu tun haben. Andererseits kann ein Verband gerade in schwierigen Zeiten Orientierung und Unterstützung geben. Wie hast du das in den vergangenen Wochen erlebt? Und wie konntet ihr unterstützen?

Frank: Wir sind ein Verband, der nur Einzelpersonen als Mitglieder hat und sich daher vor allem an deren Interessen und Bedürfnissen ausrichtet. Da PersonalerInnen in der Krise einmal mehr sehr gefordert waren und sind, und dies sicherlich auch bei den Folgen der derzeitigen Situation bleiben, haben wir einen großen Bedarf an Orientierung und Erfahrungsaustausch erlebt. Informationsbedürfnisse bestanden für eine ganze Reihe an Themen – von der Einführung von Hygieneregeln im Betrieb über virtuelles Führen bis hin zu Vereinbarungen zu mobiler Arbeit – und das haben wir bedient. Unsere Online-Workshops und Informationen wurden und werden sehr gut und dankend angenommen. Nun auch Mentoring und eine Expertensuche gezielt anzubieten und eine Möglichkeit zum regelmäßigen Austausch zu schaffen ist die konsequente Weiterentwicklung und Verstetigung unserer Arbeit.

Jana, du selbst bist ja quasi auch Personalmanager*in und leitest gemeinsam mit deiner Mitgründerin Anna ein mittlerweile 30-köpfiges Team. Gleichzeitig seid ihr nah dran an Personaler*innen aus ganz anderen Bereichen und aus Unternehmen mit langer Geschichte. Was könnt ihr von den anderen lernen und was können sie von euch als innovatives Startup in puncto Personalmanagement lernen?

Jana: Ja, zu unseren Kunden zählen KMU und Großkonzerne aus ganz unterschiedlichen Branchen. Entsprechend vielfältig sind die Impulse, die wir bekommen. Uns ist es wichtig, ein Unternehmen erst kennenzulernen und dann gemeinsam auszuloten, wie und wo unsere digitale Lösung am besten zum Einsatz kommt. Als Tech Start-up haben wir bestimmte Dinge von Anfang an ganz selbstverständlich gemacht, etwa auf Vertrauensbasis und virtuell zusammengearbeitet. Bei uns kann jede und jeder in dem Modell arbeiten, das am besten zu seinem oder ihrem Lebensentwurf passt. Diese Denkweise spiegelt sich auch in unserem Produkt wider. Gleichzeitig finde ich es immer wieder spannend, wie Organisationen mit tausenden Mitarbeitenden ihre Zusammenarbeit und Prozesse organisieren. Die Herausforderung für sie besteht oft darin, den einzelnen Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren und wirklich jedes Talent zu finden und zu fördern. An diesem Punkt kommen wir dann ins Spiel – erfahrungsgemäß mit Gewinn für beide Seiten.

 

„Wenn sie verantwortungsvoll genutzt werden, sind digitale Räume wunderbare Experimentierräume, in denen jede*r zum Zuge kommen kann.“ (Jana Tepe, Tandemploy)

Die vergangenen Wochen waren für viele HR Manager*innen sehr herausfordernd: Kurzarbeit, Einstellungsstopps, Remote Work usw.. Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass Organisationen gerade in solchen Krisenzeiten die geballte Kraft der Mitarbeitenden brauchen – bestehender, aber mitunter auch neuer oder externer Expert*innen. Wie kann Technologie Organisationen darin unterstützen, die nötigen Kompetenzen für die Krisenbewältigung zu aktivieren?

Jana: Technologie allein ist nie die Lösung. Am Anfang muss immer eine Haltung stehen und der Wunsch, wirklich etwas zu verändern. Wenn das gegeben ist, dann kann Technologie eine wunderbare Starthilfe oder auch ein Beschleuniger in Transformationsprozessen sein. Digitale Tools geben die Möglichkeit, neue Wege einfach mal auszuprobieren, und zwar relativ niedrigschwellig. Wenn sie verantwortungsvoll genutzt werden, sind digitale Räume wunderbare Experimentierräume, in denen jede*r zum Zuge kommen kann und die Organisationen auf diese Weise demokratisieren. Und nicht zuletzt sparen Unternehmen Zeit und Geld, wenn sie ihren Mitarbeitenden ermöglichen, sich mit Hilfe von Technologie eigeninitiativ weiterzuentwickeln und einzubringen. Ich denke, um gestärkt aus schwierigen Zeiten hervorzugehen, sind drei Dinge wichtig: Mut zur Veränderung, die konsequente Einbeziehung der Mitarbeitenden in Veränderungsprozesse und die Messbarkeit des Ganzen. Denn auch New Work muss sich am Ende an den Zahlen messen lassen.

Frank, wie organisiert ihr euch als Verband in der „Neuen Normalität“? Und welchen Beitrag leistet die Tandemploy-SaaS in diesem Veränderungsprozess?

Frank: Eine gute Frage, auf die ich noch keine Antwort habe, umso mehr, als dass ich hoffe, dass die derzeitige Situation noch nicht das “New Normal” ist. Als Präsidium haben wir wöchentliche videobasierte Treffen, ergänzt um mehrstündige Konferenzen, in denen wir Themen vertieft diskutieren oder Projekte vorantreiben. Mit der Einführung des Tandemploy-Tools digitalisieren wir uns als Verband vor allem selbst und halten mit den Entwicklungen, die unsere Mitglieder in den Unternehmen begleiten, Schritt. Damit – so denken wir – bleiben wir für unsere Mitglieder relevant.

Und ganz praktisch gefragt: Wie können sich die Verbandsmitglieder mit Hilfe der Software vernetzen? Welche Funktionen und Möglichkeiten bietet ihr an?

Frank: Im BPM-Netzwerk können sich Mitglieder für einen einfachen und alltäglichen Wissensaustausch und zur gegenseitigen Unterstützung vernetzen. In einem ersten Schritt werden Tools zum Matching von Mentoring-Partnern, zum Austausch von Expertenwissen und für Lunchdates angeboten.

Momentan liegt der Fokus stark auf dem Thema Home Office, auch, weil große Konzerne wie Siemens oder die Allianz hier voranschreiten. Man könnte den Eindruck gewinnen, die Diskussion um neues, digitales Arbeiten beschränkt sich auf den Firmen-Laptop und Zoom-Meetings. Jana, welche Impulse wollt ihr als junges HRTech-Unternehmen in der Zusammenarbeit mit dem BPM bewusst setzen? Welche Themen sind euch wichtig?

Jana: Es ist genau dieses Zusammenspiel von Kulturwandel und technologischem Wandel, das uns wichtig ist und das die Grundlage für unsere Software bildet. Unser Motto lautet “People matter” und alles, was wir tun, richten wir daran aus. Wenn Organisationen sich wirklich dafür interessieren, was ihre Mitarbeitenden können und wollen, dann ist Home Office nur eine Möglichkeit unter ganz vielen. Die Zusammenarbeit mit dem BPM ist eine wunderbare Chance für seine Mitglieder, Vernetzung noch einmal ganz neu und anders zu erleben, von und mit anderen Menschen zu lernen, die sich zwar in einem ähnlichen Themenfeld bewegen, aber aus ganz anderen Branchen und ganz unterschiedlichen Organisationen kommen. Das sind tolle Voraussetzungen, um als Teil eines Mentoring-Duos oder einfach bei einem Lunch Date den eigenen Horizont zu erweitern. Diese Impulse können sie dann auch in ihre jeweiligen Organisationen weitertragen.

 

„Technologie kann vieles ermöglichen, wenn sie Akzeptanz erfährt und ihre Nutzung gefördert und gefordert wird, denn am Ende ist sie in ihrem Einsatz nur dann erfolgreich, wenn sich das Verhalten nachhaltig ändert.“ (Frank Kohl-Boas, Vizepräsident BPM)

„BPM meets Tandemploy“, man könnte auch sagen „Community meets Technologie“. Ist das das Erfolgsrezept für die Arbeit der Zukunft? Wie schaffen es Unternehmen, Mensch und Maschine gut zusammenzubringen, aber auch Menschlichkeit und Messbarkeit?

Jana: Das sind auf jeden Fall zwei wesentliche Pfeiler, um als Organisation gut für zukünftige Herausforderungen gewappnet zu sein. Vernetzte Unternehmen, in denen die Mitarbeitenden es gewöhnt sind, flexibel und auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten, sind widerstandsfähiger und beweglicher. Das hat sich in den vergangenen Monaten sehr deutlich gezeigt. Eine Technologie, die diese Art der Zusammenarbeit fördert, ist letztendlich das beste Beispiel dafür, dass KI und Maschinen kein Gegenpol zu menschlicher Arbeit sind, sondern – im Gegenteil – dazu beitragen können, Menschen im Arbeitskontext nochmal ganz anders miteinander zu verbinden. Wenn das passiert und Mitarbeitende sich entlang ihrer Fähigkeiten und geleitet durch das Unternehmensziel weiterentwickeln können, wirkt sich das letztendlich auch positiv auf das Gesamtergebnis aus.

Frank, von- und miteinander zu lernen ist ein entscheidender Punkt, den du ansprachst. Was würde in deinem Profil stehen? Was würdest du gerne lernen und worin kannst du andere unterstützen?

Frank: Mein Profil habe ich bereits angelegt und darin auch aufgeführt, worin ich andere gegebenenfalls als Mentor unterstützen kann, also einfach anmelden und reinschauen. Ich lerne gerade durch den Austausch mit Kollegen und Kolleginnen von deren Erfahrungen bei der Einführung eines HR-IT-Systems.

Zum Schluss würden wir euch bitten, folgende Sätze zu ergänzen:

Vernetzung ist …

Frank:in einer Welt mit zunehmend exponentiellen Entwicklungen, in der wir von- und miteinander lernen müssen, eine Notwendigkeit und nur für den von Nachteil, der kein Netzwerk aufbaut, nutzt und pflegt.

Jana: … keine Kür, sondern Pflicht für starke Organisationen.

Technologie kann …

Jana: … menschliche Zusammenarbeit auf ein neues Level bringen.

Frank: … Vieles ermöglichen, wenn sie Akzeptanz erfährt und ihre Nutzung gefördert und gefordert wird, denn am Ende ist sie in ihrem Einsatz nur dann erfolgreich, wenn sich das Verhalten nachhaltig ändert.

In Zukunft werden Organisationen …

Frank: … einen Wettbewerbsvorteil haben, wenn sie ihre Belegschaft in ihrer Gesamtheit als Talentpool begreifen und ihr daher Angebote für eine interne und externe Vernetzung bieten. So kann man lernende Gemeinschaften entwickeln, die schneller, besser und aus sich heraus auf unvorhergesehene Situationen reagieren können.

Jana: … maximal beweglich sein müssen.

Menschen in Organisationen brauchen …

Jana: … Freiraum und ein gemeinsames Ziel, auf das sie hinarbeiten.

Frank: … für das Entwickeln von Zugehörigkeit, Loyalität und Vertrauen Anknüpfungspunkte und Begegnungsmöglichkeiten – virtuelle und reale. Beides zu schaffen ist gerade in der derzeitigen Situation eine große Herausforderung für uns alle.

 

Vielen Dank euch beiden für das schöne Interview!

 

Das Interview führte unsere freie Autorin und Redakteurin für Neues Arbeiten Katja.

 

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