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Rock and Role: Warum es viel besser ist, in flexiblen Rollen statt in fixen Stellen zu arbeiten – Teil 1

Rolle schlägt Stelle – dieses Prinzip hat sich bei Tandemploy bewährt. Zwar nutzen wir bei der Suche nach neuen Mitarbeitenden auch Stellenausschreibungen, aber bereits beim Onboarding loten wir aus, welche Stärken und Kompetenzen das neue Team-Mitglied mitbringt und wo diese auch außerhalb der definierten Stelle zum Tragen kommen können. So stärken wir von Anfang an das Bewusstsein, dass niemand für immer nur innerhalb einer Stelle agieren kann und muss, und signalisieren: Wir wollen dich kennenlernen – und zwar mit all deinen Stärken, Interessen und Wünschen in Bezug auf deine Arbeit bei uns. Oft ergeben sich daraus mit der Zeit ganz neue Team-Konstellationen, die uns weiterbringen, die wir aber überhaupt nicht im Blick hatten, als wir die Stelle ausgeschrieben haben.

Auch abseits vom Recruiting, im ganz normalen Arbeitsalltag, entsteht immer wieder der Bedarf nach neuen oder wechselnden Rollen. Welche Rollen wir brauchen, ergibt sich im Wesentlichen aus drei Fragen:

  1. Welche Arbeit muss gemacht werden, um unser Ziel zu erreichen?
  2. Was brauchen wir, um richtig gut zusammenarbeiten zu können?
  3. Was erhöht die Motivation, den Spaß und die Kreativität bei unserer Arbeit?

Die Antworten auf diese Fragen ergeben WAS wir machen sollten und wollen. Das kann unser Produkt direkt betreffen, zum Beispiel “User Experience verbessern”, oder etwas Kulturelles sein, wie “Gesünderes Essen im Office”. Im nächsten Schritt gucken wir, WER die einzelnen Arbeitspakete und Verantwortungsbereiche am besten abdecken kann und die neu definierten Rollen “UX Guru” und “Chief Foodie” übernehmen möchte. Je nach Kompetenzlevel in diesen Bereichen, Interesse und Kapazitäten kann ein*e Mitarbeiter*in eine oder gleich beide Rolle(n) übernehmen. Eventuell ist es dafür nötig, andere Aufgaben an Kolleg*innen zu übergeben, um das Arbeitspensum nicht zu hoch werden zu lassen. So bringen zwei neu geschaffene Rollen ordentlich Bewegung ins Team und jede*r hat die Chance, sich immer wieder neu auszuprobieren und sich außerhalb der eigenen Kernaufgaben einzubringen. Dank dieses agilen Workflows können wir auf neue Situationen, Bedarfe und Rahmenbedingungen stets mit der geballten Kompetenz unseres Teams reagieren.

Mit Rollen gegen veraltete Strukturen

Rolle schlägt Stelle – auch für große Konzerne, die mit zunehmender Größe an Beweglichkeit verloren haben, kann die Einführung von Rollen ein echter Transformations-Treiber sein. Eingefahrene Machtstrukturen, die verhindern, dass kompetente Kolleg*innen schnell Entscheidungen fällen können, werden durch das Denken und Handeln in Rollen konsequent aufgebrochen. So kann sich die Organisation von einem schwerfälligen Koloss zu einem wendigen Cruiser wandeln, der auch in stürmischen Zeiten auf Kurs bleibt, um mal ein paar maritime Metaphern zu bemühen.

Bevor wir in der kommenden Woche anhand unseres Mitarbeiters Christoph ein konkretes Tandemploy-Best-Practice Beispiel für die rollenbasierte Arbeit geben (Rock & Role – Teil 2), werfen wir heute den Blick auf fünf unschlagbare Vorteile, die flexible Rollen gegenüber starren Stellen haben.

1. Stellen fördern Altbekanntes, Rollen fördern Neues.

Stellenbeschreibungen beinhalten ein klar definiertes Kompetenzprofil. Wer dieses größtenteils erfüllt, bekommt den Job. Halten Organisationen starr an diesem Profil fest, ohne zu schauen, was der oder die Mitarbeitende eventuell noch so kann und möchte, liegen wertvolle Kompetenzen über Jahre und Jahrzehnte einfach brach. Bis heute wissen viele Organisationen nicht, was ihre Mitarbeitenden abseits dessen können, wofür sie ursprünglich eingestellt wurden. Das Ausschreiben von Rollen fördert genau diese versteckten Fähigkeiten und Talente zu Tage. Rollen umfassen kleine, oft zeitlich begrenzte Arbeitspakete und Verantwortungsbereiche, für die Mitarbeitende sich melden können, wenn sie ihren Fähigkeiten und Interessen entsprechen. Die Einstiegshürde ist meistens gering, der Effekt dafür umso größer. Denn die Arbeit abseits eingefahrener Routinen und mit neuen Kolleg*innen, ist ein Kreativitäts-Booster und erhöht die Wahrscheinlichkeit, clevere Lösungen für neue Herausforderungen zu finden.

2. Rollen stärken Stärken.

Selten bringen Mitarbeitende alle Fähigkeiten mit, wie sie in der Stellenausschreibung gefordert werden. Mitunter enthält das Anforderungsprofil auch Tätigkeiten, die überhaupt nicht dem entsprechen, was der oder die Kandidat*in gut kann oder machen möchte. Die Folge: Nicht vorhandene Kompetenzen müssen (mühsam) gelernt werden. Der Fokus auf die Schwächen verhindert wiederum, dass sich die vorhandenen Stärken voll entfalten können. Die Konzentration auf Rollen wirkt dem entgegen, denn die Verantwortungs- und Aufgabenbereiche einer Rolle sind enger gefasst, beinhalten mitunter nur eine Aufgabe oder einen klar abgegrenzten Verantwortungsbereich. Das ermöglicht Mitarbeitenden, sich ausgehend von ihren Stärken ganz bewusst für eine Rolle zu entscheiden und darin zu glänzen.

3. Rollen fördern das Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit und Zugehörigkeit.

Niemand muss neue Rollen übernehmen, aber alle können, wenn sie es wollen. Und das größtenteils eigeninitiativ und vor allem intrinsisch motiviert. Rollen bieten den idealen Rahmen, um sofort Verantwortung zu übernehmen und mit dem eigenen Tun eine starke Wirkung in der Organisation zu erzielen, ganz losgelöst von der formalen Position in der Hierarchie. Ganz nebenbei stärken sie permanent die Weiterentwicklung der Mitarbeitenden und damit das Kompetenzniveau der gesamten Organisation. Neben kurzfristigen Gigs, Kurzeinsätzen und Projekten ist die Arbeit in Rollen der beste Weg, um “on the job” zu lernen und sich innerhalb des Unternehmens weiterzuentwickeln, statt nach neuen Herausforderungen auf dem externen Arbeitsmarkt zu suchen.

4. Rollen bilden ab, was tatsächlich getan werden muss.

Stellen bleiben oft über lange Zeit unverändert. Neue Aufgaben, die sich keinem vorhandenen  Stellenprofil zuordnen lassen, bleiben im Zweifel unerledigt oder werden zwischen Abteilungen hin- und hergeschoben. Umgekehrt werden Aufgabenbereiche, die eigentlich neu hinzukommen müssten, weil es die neuen Rahmenbedingungen erfordern, gar nicht erst angepackt, wenn es keine passende Stelle dafür gibt. Wichtige Impulse bleiben aus, die Organisation schmort in ihrem eigenen Saft. Anders ist es bei Rollen, die sich klar an dem orientieren, was JETZT getan werden muss. Der reale Arbeitsaufwand und der dafür notwendige Kompetenzbedarf lassen sich durch Rollen wunderbar abbilden, die dann innerhalb kürzester Zeit und ohne aufwendiges Bewerbungsverfahren besetzt werden können. Auf digitalen Talent Marktplätzen sorgen Algorithmen dafür, dass Rollen und passende Mitarbeitende binnen Sekunden zusammenfinden. Wie viele Rollen eine Person ausfüllen möchte, kann sie dabei selbst entscheiden. Gleichzeitig können sich auch mehrere Personen eine Rolle teilen, wenn das Arbeitspensum hoch ist. So entsteht ein agiler Workflow, der sich immer wieder an die neuen Gegebenheiten anpasst.

5. Mit Rollen lassen sich Krisen leichter bewältigen.

Stellen werden kaum hinterfragt, bis eine Krise kommt und plötzlich tausende gestrichen werden. Ein Desaster sowohl für Unternehmen als auch für betroffene Mitarbeitende. Gleichzeitig werden in Krisenzeiten ganz neue Kompetenzen (und damit neue Rollen) wichtig, die viele Mitarbeitende auf der „Kündigungsliste“ mit Sicherheit sogar haben, ohne dass die Organisation sich dessen bewusst ist. Je besser Unternehmen also ihre Mitarbeitenden kennen, desto weniger sind sie in schwierigen Zeiten gezwungen, Menschen zu entlassen. Stattdessen können sie Aufgabenbereiche neu definieren und verteilen und die dazugehörigen Rollen mit Kolleg*innen besetzen, deren bisherige Tätigkeiten aufgrund der veränderten Bedingungen nicht mehr so stark gefragt sind. Mitarbeitende, die es gewohnt sind, in wechselnden Rollen zu arbeiten, agieren auch in unsicheren Zeiten souverän, übernehmen Verantwortung und handeln proaktiv, so wie sie es die ganze Zeit getan haben. Damit bleiben sie der Organisation nicht nur erhalten, sondern tragen ihren wertvollen Teil dazu bei, das Unternehmen aus der Krise zu führen.

In Teil 2 unserer Miniserie “Rock & Role” zeigen wir euch ein Tandemploy Best Practice. Unser Mitarbeiter Christoph übernimmt in diesen Tagen eine ganz neue Rolle im Product-Team. Wie er diese neben seiner Rolle als Digital Marketing Manager angeht, wie sich sein Arbeitsalltag dadurch verändert und wie er mit Rollenkonflikten umgeht, erzählt er im Interview

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