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#BigIdeas2020: Wir brauchen “Good Data” statt nur “Big Data”

2020 kann das Jahr werden, in dem wir anfangen, konsequent gute Daten zu nutzen um damit konsequent gutes Arbeiten zu ermöglichen. Gut, im Sinne von „gut für alle“ – für Unternehmen und ihre Ziele, für die Mitarbeitenden und für die Gesellschaft als Ganze. Nicht zuletzt für die planetaren Ressourcen. Denn ein ressourcenschonendes Leben ist eng verknüpft mit einer Arbeitswelt, die Freiräume zulässt – für Engagement und ein bewusstes Leben außerhalb der Erwerbsarbeit.

Wie kann das gelingen?

Die einfache Antwort wäre: durch Digitalisierung. Wenn Maschinen immer mehr Aufgaben übernehmen und Jobs wegautomatisiert werden, haben schließlich alle mehr Zeit, oder?

Ganz so einfach ist es leider nicht. Digitalisierung als rein technologischen Prozess zu sehen, halten wir für einen trügerischen Gedanken. Denn was nützt die beste Technologie, wenn wir sie nicht zielgerichtet und zum Wohle aller nutzen können? Wenn wir nicht wissen, wozu wir sie nutzen sollten? Ja, so mancher Fließbandjob lässt sich natürlich durch Technologie erledigen, aber das soll alles sein? In 2019? Kommt, da geht doch mehr! Warum der ganze Hype um KI, wenn sie es nicht schafft, das Leben vieler Menschen maßgeblich zu verbessern und stattdessen einen bestenfalls mittelmäßigen Status quo unserer Arbeitswelt aufrecht erhält – nur eben in digital?

Die digitale Transformation – und wir werden auch in 2020 nicht müde werden, das zu schreiben, ist in erster Linie ein kultureller Wandel, der uns dazu zwingt (in positivem Sinne) unsere Definition von Arbeit und Zusammenarbeit kritisch zu hinterfragen und uns vom „business as usual“ zu verabschieden. Was für eine Chance! Leider nutzen immer noch viel zu wenige Unternehmen dieses „Fenster der Möglichkeiten“, welches sich gerade unübersehbar vor ihnen auftut. Dieses entsteht, weil immer mehr talentierte Menschen, solche mit digitalem Mindset, erkennen, dass sie nicht mehr in starr-hierarchischen Organisationen arbeiten möchten, sondern vernetzt und selbstbestimmt. Sie wollen Erfahrungen und Wissen teilen, kontinuierlich lernen, auf Augenhöhe von und mit anderen aus ihrem Netzwerk. Unternehmen, die diese Talente für sich gewinnen und halten wollen, müssen JETZT umdenken und JETZT anfangen, neue Strukturen aufzubauen. Viele spüren diesen Druck, schaffen es aber dennoch nicht, ihn in sinnvolles Handeln umzusetzen.

Einer der Hauptgründe für diese Orientierungslosigkeit ist unserer Einschätzung nach die permanente Orientierung nach „Außen“: Was machen die anderen? Was kann Künstliche Intelligenz theoretisch schon? Wie können wir möglichst viele Menschen rekrutieren, die sich mit IT auskennen? Change, wir brauchen Change!! (Mach’ da mal ein Projekt draus!). Big Data – haben wir das? Agile ist der neue Trend – müssen wir lernen! (Workshop Alert!) Und der Markt, was macht eigentlich der Markt?

Wir sind überzeugt, dass die eigentliche Transformation mit dem Blick nach innen beginnt, und der Frage nach dem “Wozu?”. Wozu sind wir als Unternehmen hier? Was ist unser Antrieb? Warum wollen wir etwas verändern? Und inwiefern ist Technologie, sind Daten eventuell ein sinnvoller Hebel für diese Veränderung? Wie können wir sie nutzen, um den Flow von Wissen und Skills zu verbessern? Um kollaborativer, glücklicher und produktiver zusammenzuarbeiten? Ohne kulturellen Wandel ist kein sinnvoller technologischer Wandel möglich! Der Publizist Harald Welzer hat es in einem Interview mit T3N auf den Punkt gebracht: „Technologie ist ja wie ein Hammer. Ich kann mir bei einem Hammer gut überlegen, welchen Gebrauch ich von ihm mache. Den kann ich extrem sinnvoll einsetzen, ich kann aber auch jemandem den Schädel damit einschlagen.“

Übertragen auf Daten sind die eingangs erwähnten „guten Daten“ also solche, die erkennbar Nutzen stiften für diejenigen, die sie zur Verfügung stellen. Wenn also HR-Führungskräfte mit Hilfe von Daten ihr Talent Management optimieren wollen, müssen sie ein Umfeld schaffen, in dem Mitarbeitende bereit sind, Informationen zu ihren Skills und Lernbedarfen zu teilen. Ein solches Umfeld ermöglicht ganz neue Begegnungen und Erfahrungen, die Mitarbeitende spüren lassen, dass Austausch und Kollaboration Spaß machen und dass nicht die ausgefahrenen Ellbogen sie weiterbringen, sondern die Verbindung mit anderen und das Hinarbeiten auf ein gemeinsames Ziel.

Unsere Skill-Matching-Software ermöglicht genau diese Begegnungen und Erfahrungen. Wir haben sie entwickelt, weil wir aus Erfahrung wissen, dass ein nachhaltiger Kulturwandel nicht nur „von oben“ angestoßen werden sollte, sondern von allen Menschen im Unternehmen mitgestaltet werden muss. Da ist es nur logisch, dass unser Tool bottom-up gesteuert wird, ausgehend vom Nutzen für jede*n Einzelnen. Denn nur wenn dieser klar ist, wenn Tool, Sinn und positives Erleben zusammenkommen, entsteht Akzeptanz und damit auch die Bereitschaft, Daten bereitzustellen. Gute Daten eben. Daten, die dann auch den Einsatz von Technologie und KI legitimieren. Nur wenn wir es schaffen, beide Hebel – den kulturellen und den technologischen – zu bedienen und zu synchronisieren, machen wir den Sprung hin zu handlungsfähigen und innovativen Netzwerkorganisationen. In diesen Organisationen werden Skills und Wissen geteilt und immer wieder in neuen Konstellationen zusammengebracht. Gleichzeitig haben Führungskräfte ein genaues Bild von dem, was ihre Mitarbeitenden können und wollen – Stichwort Skill Mapping – und können ihre Weiterentwicklung begleiten und unterstützen. Nur so haben wir schließlich eine Basis, um den komplexen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen!

2020 sollte das Jahr werden, in dem starre Arbeitskonzepte endlich Platz machen für menschenfreundliche und ressourcenschonende Arbeitsmodelle, die auf Kollaboration statt auf Konkurrenz setzen und die Mitarbeitenden Freiraum geben, ein in jeglicher Hinsicht bewusstes (Arbeits-)Leben zu führen. Eines, in dem wir uns mit anderen verbunden fühlen und in dem wir gemeinsam mit weniger Arbeit mehr erreichen – für uns, für andere, für einen lebenswerten Planeten. Lasst uns gemeinsam starten!

 

+++ PLEASE NOTE +++

Tandemploy setzt sich für den verantwortungsvollen Umgang mit Daten ein. Unser „Advanced Skill Analyser“ macht sichtbar, wie Mitarbeiter*innen wirklich arbeiten wollen, welche Skills sie hierfür mitbringen – und vor allem welche sie einbringen möchten  – und zeigt so Skill Maps, Skill Gaps und Lerninteressen innerhalb der Organisation auf. Die Daten werden dabei entlang des ethischen Grundverständnisses von Tandemploy nur aggregiert und anonymisiert zur Verfügung gestellt und bilden für HR und Management eine hochspannende und relevante Grundlage für die strategische (HR-) Arbeit der Zukunft.

Tandemploy-Co-Gründerin und Co-Geschäftsführerin Anna ist zudem Mitglied im “Ethikbeirat HR-Tech”, einem mit namhaften Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Gewerkschaft, Start-ups und etablierten Unternehmen besetzten Gremium, das Richtlinien für einen sinnvollen und am Menschen orientierten Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im HR-Management entwickelt hat. Hier geht’s zu den Richtlinien. 

 

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