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Was ist Skill Matching und warum sollten wir das machen?

Bei einem Matching wird zusammengeführt, was zusammengehört. Topf auf Deckel, Arsch auf Eimer – oder eben Lernbedarf und Know-How oder Projekt und Skills. Und schon sind wir mittendrin im Skill Matching und der Frage, was das Ganze mit der sich wandelnden Arbeitswelt zu tun hat. Skill Matching ist dabei keineswegs neu. Es ist sogar das Grundprinzip beim Recruiting: Hier werden benötigte Fähigkeiten im Unternehmen mit passenden Kandidat*innen gematcht. Wurde dieser Abgleich früher von Menschen durchgeführt, indem sie Lebensläufe und Stellenbeschreibungen gegenübergestellt haben, übernehmen diese Aufgabe heute Computer. So weit, so alt der Hut. Doch warum redet plötzlich die ganze HR-Welt wieder ganz aufgeregt über Skill Matching? Was hat diese Form des Matchings mit der Partnersuche gemeinsam (und vor allem: was nicht)? Und welche Rolle spielen gute und ethische Daten für ein gutes Matching? Wir haben die wichtigsten Infos für Sie und euch zusammengetragen.

Was ist Skill Matching?

…und warum ist es gerade wieder ganz weit oben auf der Agenda vieler HR-Führungskräfte? Zum einen, weil es für viele Unternehmen in Zeiten des digitalen Wandels immer schwieriger wird, passende Skills zu finden und zu halten. Zum anderen, weil durch die Auseinandersetzung mit New Work ein Bewusstsein dafür entsteht, wie wichtig es ist, die Menschen, die bereits im Unternehmen arbeiten, viel stärker bei ihren Fähigkeiten und Lernbedarfen abzuholen. Wenn Organisationen anfangen, ihre Mitarbeitenden in den Fokus zu rücken und sich aufrichtig für sie zu interessieren, werden sie schnell erkennen, wie viel verstecktes Potential all die Jahre hinter verschlossenen Abteilungstüren geschlummert hat. Die interne Nutzung von Skill Matching Tools kann der Schlüssel sein, um diese Türen zu öffnen. Indem Mitarbeitende ihre Skills und Lernbedarfe transparent machen, entsteht Raum für Vernetzung, ergeben sich neue Formen der Zusammenarbeit mit Kolleg*innen und ebnet sich der Weg hin zu einer beweglichen und handlungsschnellen Netzwerkorganisation. 

Wir halten fest: 

  • das (automatisierte) Matching von Skills ist im Recruiting längst Standard. 
  • Neu ist Skill Matching innerhalb von Organisationen. Mit smarten Matching-Tools und einer offenen Haltung lassen sich versteckte Potenziale heben. 
  • Skill Matching eröffnet damit ganz neue Möglichkeiten für Unternehmen, sich weiterzuentwickeln – von starren Gebilden zu beweglichen Formationen. 

Wie funktioniert Skill Matching?

Wenn wir an Deckel auf Töpfen und Hinterteile auf Eimern denken, drängt sich natürlich die Analogie zur Partner*innensuche auf. Und ein Stück weit funktioniert Skill Matching nach ähnlicher Logik wie Dating-Portale: Die Nutzer*innen geben an, wonach sie suchen und welche Qualitäten sie mitbringen. Ein smarter Algorithmus sucht dann passende Kandidat*innen aus. Skill Matching geht jedoch noch einige entscheidende Schritte weiter: 

  1. Sein schlägt Schein: Während im Dating-Portal gern nochmal der Extra-Filter übers eigene Profil gelegt wird, lebt ein Skill Matching Tool von ehrlichen Daten über Interessen und Skills. Es besteht kein Anreiz, Dinge vorzugeben, die nicht der Wahrheit entsprechen. Schließlich bringt der Algorithmus Menschen aufgrund sich ergänzender Angaben zusammen: Wissen, Lernbedarfe, Aufgabenbereiche, Kompetenzen – you name it. Wer vorspielt, was nicht da ist, verschwendet nicht nur wertvolle Arbeitszeit, sondern macht sich auch bei Kolleg*innen unbeliebt.
  2. Vielfalt an Anwendungsbereichen: Use Case bei der Online-Partner*innensuche? – Zwei bis drei. Ein gutes Skill Matching Tool ist dagegen viel breiter aufgestellt. Es matcht Kolleg*innen für eine Vielzahl an unterschiedlichen Arbeits- und Lernformen, etwa für Mentoring-Duos, Jobtandems, Hospitationen, Generationenaustausch, Working Circles usw. Darüber hinaus erleichtert es das Onboarding und bringt die richtigen Leute in Projekte. Und: Durch smartes Matching können Mitarbeitende mit wenigen Klicks dringend benötigte Expert*innen zu bestimmten Themen im Unternehmen finden und sie zum Beispiel gezielt zu einem Coffee oder Lunch Date treffen. 
  3. Matching von Menschen und Angeboten: Beim Skill Matching werden aber nicht nur Menschen miteinander vernetzt, sondern auch Mitarbeitende mit Angeboten im Unternehmen, wie internen Workshops, Veranstaltungen und Stellenausschreibungen

Welche Rolle spielen Daten für ein gutes Skill Matching?

Gutes Skill Matching basiert auf guten Daten. Klingt simpel, erfordert aber die ganz bewusste Auseinandersetzung mit den Werten im Unternehmen einerseits und mit Prozessen andererseits. Die Diskussion, wie Organisationen „gute Daten“ bekommen, ist in vollem Gange und es gibt im Netz und auf Veranstaltungen tolle Leitlinien, die Orientierung für den Umgang mit Mitarbeiterdaten bieten. 

Kurz umrissen, sind gute Daten

  • relevant und nutzenorientiert für die, die sie zur Verfügung stellen,
  • solche, die Mitarbeitende freiwillig und selbstbestimmt zum Zwecke des Skill Matching einpflegen,
  • solche, die ethisch verarbeitet und analysiert werden. 

Internes Skill Matching funktioniert daher am besten in einer Unternehmenskultur, die von Offenheit, Vertrauen und ermächtigten Mitarbeitenden geprägt ist, und in der alle am selben Strang ziehen. Ohne kulturellem Wandel ist ein technologischer Wandel kaum wirksam. 

Die Technologie hinter dem Skill Matching: Keyword-Suche oder Semantische Suche?

Damit der Popo auch genau auf den Topf und der Deckel auf den Eimer passt, oder diese Verwechslung eben nicht passiert, müssen die Algorithmen schlau und lernfähig sein. Denn die Digitalisierung verändert nicht nur unsere Art zu leben und zu arbeiten, sondern auch unsere Sprache und damit Bezeichnungen für Fähigkeiten und Tätigkeiten. War früher eine Geschäftsführerin eine Geschäftsführerin ist sie heute wahlweise CEO, Co-Founder oder Managing Director. Es gibt sogar Sales-Leute, die sich Customer Happiness Manager nennen – verrückt, oder? Smarte Algorithmen verstehen, dass die verschiedenen Bezeichnungen mit denselben Skills verknüpft sind. Daher lösen sie rein Keyword basierte Matching-Systeme, bei denen Suchbegriffe ohne jeglichen Kontext und ohne Berücksichtigung von Synonymen mit Daten abgeglichen werden, zunehmend ab. Unsere Tandemploy-SaaS zum Beispiel arbeitet mit Wörternetzen und einer stetig wachsenden Datenbank (Ontologie), die es ihr ermöglicht, ständig dazuzulernen und neue Begriffe und Skills zu „verstehen“. 

Was macht internes Skill Matching so innovativ?

Die wahre Innovation kommt nach dem Skill Matching, nämlich dann, wenn die “Matches” in den Austausch gehen, gemeinsam arbeiten, lernen und kreativ werden. Wenn sich Mentoring-Duos und Job-Tandems finden, wenn Markus von Elisa auf seine neue Führungsaufgabe vorbereitet wird, wenn Katharina aus dem Marketing ihrem Kollegen in der Produktion für drei Tage über die Schulter guckt, wenn Johann (20) Johann (55) eine Einführung in Slack gibt, wenn Mitarbeitende an Projekten arbeiten, für die sie sich freiwillig gemeldet haben, weil sie sich für das Thema begeistern und eine wichtige Kompetenz mitbringen, wenn Magda (seit sechs Monaten im Unternehmen) die Projektleitung übernimmt, und nicht Stefan (ehemals Abteilungsleiter und alter Projekthase), aber Stefan ihr bei regelmäßigen Coffee Sessions für ihre Fragen zur Seite steht. 

Internes Skill Matching kann der Beginn einer wunderbaren Transformation in Unternehmen sein, bei der Wissen in Bewegung kommt, Skill Gaps gar nicht erst entstehen und verkrustete Strukturen keinen Platz mehr haben – dafür aber Menschen mit ihren ganz individuellen Fähigkeiten und Herausforderungen. Hier schließt sich der Kreis zu New Work und der Kraft, die dieses Konzept entfaltet, wenn es richtig verstanden und gelebt wird. Unternehmen, die das schaffen, gehört die Zukunft. Sie werden, dank eines smarten Skill Managements und offener Strukturen, ihre Köpfe und Fühler an den richtigen Stellen haben – und damit beste Voraussetzungen um Produkte zu entwickeln, die den Nerv der Menschen treffen. Produkte, die passen, wie das Gesäß aufs Gefäß, und auch unter veränderten Bedingungen Bestand haben – wie eine vermeintlich abgedroschene Analogie in einem Blogbeitrag in 2020.

#younameitwepunit  

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