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Was ist Mentoring? Eine Übersicht mit allen wichtigen Antworten.

Unterstützung suchen, wenn Unterstützung gebraucht wird – die Digitalisierung macht dies nicht nur dank entsprechender Tools schnell und unkompliziert möglich. In sich wandelnden Organisationen ist der Austausch unabhängig von Position und Abteilung und über Alters- und kulturelle Grenzen hinweg längst zum Innovationstreiber geworden. Wir zeigen Ihnen, was Mentoring ist, was einen guten Mentor oder eine gute Mentorin ausmacht und wie Ihr Unternehmen von Mentoring profitieren kann.

Was Sie über Mentoring wissen sollten

 

Was ist Mentoring?

Mentoring im klassischen Sinne gleicht einer Art „Patenschaft“. Heißt, ein erfahrener Mentor oder eine Mentorin gibt Wissen und Erfahrungen an den Mentee weiter. Im Unternehmenskontext sind es vor allem erfahrene Führungskräfte, die Berufseinsteiger*innen oder Nachwuchskräfte darin unterstützen, aktuelle und zukünftige Herausforderungen zu meistern. Ein Mentoring ist dabei immer

  • persönlich – das heißt Mentor*in und Mentee stehen in direktem Austausch miteinander.
  • individuell – heißt, der Mentee mit seinen oder ihren Fragen und Herausforderungen steht im Mittelpunkt.
  • erfolgsorientiert – heißt, beiden ist daran gelegen, die berufliche oder persönliche Weiterentwicklung zugunsten des Mentee und des Unternehmens positiv zu beeinflussen.

Welche Formen von Mentoring gibt es?

Mentoring kann verschiedene Facetten und Formen annehmen – und in viel mehr Bereichen einen Mehrwert liefern als in der klassischen Karriereentwicklung. Es gibt mindestens 6 Hauptbereiche, in denen Mentoring sinnvoll sein kann:

1. Fachbezogener Wissenstransfer


Austausch mit anderen Experten aus dem gleichen Fachgebiet.

2. Persönliche Karriereentwicklung (Der Klassiker)


Erfahrene Führungskräfte beraten Nachwuchstalente bei Karrierefragen.

3. Onboarding


„Alte Hasen“ ermöglichen Neuankömmlingen einen leichteren Einstieg in die Firma.

4. Interkultureller Austausch


Erfahrungsaustausch mit Kollegen aus anderen Kulturkreisen, z.B. vor einem Standortwechsel.

5. Generationsübergreifender Austausch


Gegenseitige Unterstützung zwischen Jung und Alt.

6. Interdisziplinarität


Austausch zwischen Kollegen aus verschiedenen Disziplinen und Fachbereichen.

Wer kann Mentor oder Mentorin sein?

Grundsätzlich kann jeder Mentor oder Mentorin sein. Denn jeder Mensch kann oder weiß Dinge, die jemand anderes nicht kann oder weiß. Entscheidend ist Offenheit auf beiden Seiten. Dies stellt besondere Anforderungen an die Unternehmenskultur: Entscheidungsrelevante Informationen und Erfahrungen sollten nicht länger „exklusiv“ Menschen mit Führungsverantwortung vorbehalten sein. Es geht darum, Elfenbeintürme und Silos aufzubrechen und möglichst vielen Menschen Zugang zu Wissen zu geben, das sie brauchen, um selbstwirksam agieren zu können. Konsequenterweise heißt das auch, dass die Rolle des Mentors oder der Mentorin nicht an eine Führungsposition geknüpft ist. Im Gegenteil: Oft sind die Mitarbeiter*innen viel näher dran an Produkten, Kunden und Prozessen. Mentoring funktioniert also nicht nur top-down, sondern auch bottom-up. Wenn man diese Überzeugung zugrunde legt und sie den potentiellen Mentoren und Mentees auch spiegelt, werden automatisch auch mehr Kolleginnen und Kollegen bereit sein, ihr Wissen zu teilen. Allein die Botschaft zeugt von Wertschätzung und wird die allermeisten Empfänger freuen, denn fast jeder spricht gerne über das, was er täglich tut, lernt und erfährt, über seine Spezialgebiete, Leidenschaften und Expertise.

Was macht einen guten Mentor aus?

Wir sind überzeugt: Einen schlechten Mentor gibt es nicht. Jeder, der bereit ist, sein Wissen und seine Erfahrungen weiterzugeben, kann erstmal nicht viel falsch machen. Und doch gibt es bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten, die das Mentoring zu einer Lernerfahrung machen, von der beide Seiten profitieren:

  • Emphatisch sein – ein Mentor oder eine Mentorin versteht es, sich in sein oder ihr Gegenüber hineinzuversetzen. Wie ging es mir in einer ähnlichen Situation? Was hätte mir geholfen?
  • Zuhören können – der Mentee steht im Mittelpunkt. Anders als im Lehrbuch geht es nämlich nicht darum, das gesammelte Wissen abzuspulen, sondern genau hinzuhören, was das Gegenüber braucht.
  • Mut zur Ehrlichkeit haben – dazu gehört sowohl der Mut, über eigene Fehler oder Misserfolge zu reden, als auch dem Mentee ein aufrichtiges Feedback zu geben, und das möglichst konkret.

Entscheidend für eine gute Mentoring-Beziehung ist Vertrauen. Der Mentee muss sich darauf verlassen können, dass dem Mentor oder der Mentorin an einer beruflichen oder persönlichen Weiterentwicklung des Mentee ernsthaft gelegen ist. Nur dann entsteht eine Atmosphäre, in der Fragen und Probleme offen angesprochen werden können, ohne Nachteile fürchten zu müssen.

Was bringt Mentoring dem Unternehmen?

Ein Mentoring kann vieles bewirken und insbesondere innerhalb von Organisationen zu einem besseren Wissenstransfer, einem wertvollen Erfahrungsaustausch und einer unterstützenden Kultur beitragen. Stetiges Lernen, die persönliche Entwicklung, die Bewältigung von individuellen Herausforderungen – all das kann durch Mentoring gefördert werden und letztlich auch ganz wesentlich zur Mitarbeiterzufriedenheit und damit zum Erfolg der Organisation beitragen.

Warum ist Mentoring gerade im Zusammenhang mit Digitalisierung wichtig?

Die Welt wird komplexer und schneller. Heutzutage ist es für Führungskräfte unmöglich, alle Entwicklungen zu kennen, geschweige denn sie zu durchdringen. Umso wichtiger wird es, alle Menschen, die in einer Organisation tätig sind, einzubeziehen und sie zu ermächtigen, selbst Entscheidungen zu treffen und schnell auf neue Situationen zu reagieren. Mentoring ist ein Weg, Kolleg*innen auf sich verändernde Rollen vorzubereiten und ihnen als Ansprechpartner*in bei komplexen Aufgaben zur Seite zu stehen. Niemand kann und muss alles kennen und wissen. Was heute gilt, kann in der digitalen Welt morgen schon überholt sein. Wissensaustausch auf kurzen Wegen und stetiges von- und miteinander Lernen werden zur Grundvoraussetzung, um als Organisation beweglich und damit innovativ zu bleiben.

Was ist Reverse Mentoring?

Diese kollaborative Arbeitsform, bei der Alt als Mentee und Jung als Mentor*in fungiert, findet vor allem im Wissenstransfer von technischem Knowhow, digitaler Kommunikation und Social Media Anwendung in der Praxis. Dabei eignet sich die Generation der Digital Natives, wie ihr Name bereits vermuten lässt, hervorragend, um Manager*innen in Sachen digitale Kommunikation auf den neuesten Stand zu bringen. Neueste Applikationen und Methoden, die sowohl Privatleben als auch Arbeitsalltag erleichtern sowie neue Recruiting- und Führungsmöglichkeiten sind nur ein paar Beispiele für aktuelle Themen bei einer umgekehrten Lernhierarchie.

Wie fördert Mentoring Diversität in Unternehmen?

Ein Grundgedanke des Mentoring ist es, den Raum für unterschiedliche Perspektiven zu öffnen. Hier treffen Menschen unterschiedlichen Alters, aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten und mit individuellen Lebenserfahrungen aufeinander. Mentoring fördert so das Verständnis füreinander und wirkt als Gegenpol zu „unconscious bias“, also unbewusst wirksamen Vorurteilen, die übrigens jede*r hat und die dazu führen, dass wir uns am liebsten mit Menschen umgeben, die uns ähnlich sind – mit weitreichenden Folgen für die Mitarbeiterstrukturen in Organisationen. Durch den 1:1-Austausch mit Kolleg*innen, die anders sind als man selbst, werden diese Vorurteile wirksam aufgebrochen und wird eine Unternehmenskultur möglich, die viele Sichtweisen zulässt und daraus Kreativität entstehen lässt.

Was hat Mentoring mit New Work zu tun?

Das Wesentliche hinter dem Trendbegriff „New Work“ ist, dass das Konzept den Menschen wieder konsequent in den Mittelpunkt rückt – seine Bedürfnisse, seine Fähigkeiten und Erfahrungen. Das Miteinander wird wichtiger: Kollaboration schlägt Konkurrenz. Prinzipien, die 1:1 auch für das Mentoring gelten. Insofern ist Mentoring ein wichtiger Pfeiler, wenn es darum geht, die Arbeitswelt so zu gestalten, dass sich die Menschen in ihr bestmöglich einbringen können. Mentoring ist dabei sowohl Folge als auch Treiber einer sich verändernden Arbeitswelt. Wo Hierarchien und Silos aufbrechen, entstehen neue Räume, um sich unabhängig von Position und Abteilung auszutauschen. Gleichzeitig haben Mentoring-Duos das Potenzial, neue Impulse und Ideen hervorzubringen, die die Öffnung und Entwicklung einer Organisation weiter vorantreiben.

Wie kann Mentoring organisiert werden?

Noch viel zu oft werden Mentoring Programme auf sehr komplizierte Art und Weise gesteuert und verwaltet. Das Matching – welcher Mentor passt denn nun am besten zu welchem Mentee – ist teils sehr aufwändig und wird oft noch händisch durchgeführt. Und: Ein festes Mentoring-Programm für 2 oder mehr Jahre mit regelmäßigen Treffen festzusetzen, kann für viele abschreckend sein.

Dabei kann und darf Mentoring auch mal spontan, kurzzeitig und ganz ungezwungen geschehen – es braucht nicht zwangsweise ein festes Korsett. Die Tandemploy SaaS bietet ein smartes Tool, mit Hilfe dessen sich Ihre Mitarbeiter*innen selbstständig und eigeninitiativ zu Mentoring-Tandems zusammenfinden können. Ein Matching-Algorithmus bringt genau die Kolleg*innen zusammen, die sich perfekt in bestimmten Situationen und Fragestellungen unterstützen und ihr wertvolles Wissen teilen können.

Wenn Mentoring in Organisationen immer mehr zu Selbstverständlichkeit, zu einem natürlichen Verhalten wird, dann sind wir einen Schritt weiter gekommen auf unserem Weg hin zu einem besserem Wissenstransfer und gelebter Kooperation in einer immer komplexeren (Arbeits)Welt.

Sie möchten wissen, wie Sie Mentoring in Ihrem Unternehmen fördern und einfach umsetzen können? In unserem Donwload-Bereich stehen zwei Whitepaper zum Mentoring für Sie bereit, die Ihnen den Einstieg leicht machen.

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