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Wissenstransfer

Sharing is caring: So gelingt Wissenstransfer im Unternehmen

Eine aktuelle Studie der Managementforscher Julian Kawohl und Jonas Wieland von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin kommt zu dem Ergebnis, dass es 64 der 80 größten mittelständischen Unternehmen in den Führungsetagen an Digitalerfahrung mangelt. Die Wissenschaftler haben dafür die Lebensläufe fast aller Geschäftsführer der 80 größten deutschen Mittelständler untersucht, darunter Unternehmen wie Rewe, Bosch, Heraeus und Boehringer Ingelheim.

Die Studie liefert liefert damit gleich in zweierlei Hinsicht Anknüpfungspunkte für einen aktiven Wissenstransfer im Unternehmen:

  1. Lebenslauf ist nicht alles: Die Wissenschaftler beziehen ihre Erkenntnisse lediglich aus der Auswertung der Lebensläufe der Geschäftsführer. Wer also keine Station in Start-ups oder Digitalverbänden im CV stehen hat, hat aus Sicht der Forscher keine Digitalerfahrung. Damit greift die Studie zu kurz, denn in Zeiten der digitalen Transformation müssen sich auch Unternehmen ohne ausgewiesenes digitales Geschäftsmodell mit neuen Technologien, Tools und Kulturtechniken auseinandersetzen und neues Wissen und “Digitalerfahrung” sammeln.
  2. Woher bekommen sie dieses Wissen? Bestenfalls durch ein kluges und zeitgemäßes Wissensmanagement im Unternehmen. „Sharing is caring“ gilt nicht nur für Unternehmen der so genannten “New Economy“. Das Teilen von Know-How und Erfahrungen über Abteilungen und Positionen hinweg wird zum Erfolgsfaktor für ALLE Unternehmen. Eine „New Work Economy“ lebt von Austausch und Vernetzung ihrer Wissensträger*innen – und das sind ALLE Mitarbeiter*innen!

Her mit dem schönen Wissen: Teilen schlägt Exklusivität

Die schlechte Nachricht: Mit der Entwicklung starrer hierarchischer Strukturen und der damit verbundenen Fokussierung auf den Karriere-Aufstieg seit Beginn der Industrialisierung haben Mitarbeitende in Unternehmen sich das Teilen zunächst abgewöhnt. Der eigene Status und Besitz wurden zur Zielgröße, exklusives Wissen diente als Vehikel für den Aufstieg. Und wenn es sein musste, wurden die Ellbogen ausgefahren, beides zu verteidigen.

Die gute Nachricht: Die digitale Transformation weicht diese Strukturen zunehmend auf. Die Hierarchie in vielen Unternehmen bröckelt oder ist zumindest in Bewegung. Gute Voraussetzungen, um Wissen fließen zu lassen und zurückzukommen zu dem, was uns in die Wiege gelegt wurde: Teilen ist gut!

Back to the roots: Teilen ist geil!

Katharina Hamann vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie stellte fest, dass uns die Veranlagung zur Kooperation angeboren ist. Bereits als Kinder verstehen wir, was es bedeutet, ein gemeinsames Ziel zu haben und dieses auch gemeinsam zu erreichen. Die Forscherin fand aber auch heraus, dass die Bereitschaft zu teilen an die Bereitschaft zur Kollaboration geknüpft ist. Sprich: Wir teilen nur, wenn wir das Gefühl haben, unser Gegenüber hat es verdient, weil er oder sie am selben Strang zieht. Das gilt für Murmeln vermutlich ebenso wie für Wissen.

Was folgt aus diesen Punkten für das Teilen von Wissen in Unternehmen?

1. Wissenstransfer braucht flexible Strukturen.

Jede*r hat etwas beizutragen, das dem Unternehmen nützt. Wissen muss also in alle Richtungen geteilt werden können – von Führungskräften wie von Produktionsmitarbeiter*innen und quer über Abteilungen hinweg. Unternehmen können den Austausch von Wissen gezielt fördern, indem sie stärker in Projekten mit wechselnden Teams und Führungspersonen arbeiten.

2. Wissenstransfer braucht ein gemeinsames Ziel.

Wer Wissen teilen soll, muss wissen warum. Positionen und Karrieredenken verstellen den Blick auf das eigentliche Ziel des Unternehmens. Dieses muss wieder klar herausgestellt werden. Warum sind wir hier? Worauf arbeiten wir hin? Was wollen wir gemeinsam erreichen?

3. Wissenstransfer braucht eine offene und kollaborative Unternehmenskultur.

Belohnt werden darf nicht der oder diejenige mit dem größten Exklusivwissen. Wissen und Entscheidungsmacht sollte beweglich und für alle Mitarbeitenden verfügbar sein, die bereit sind, beides in den Dienst der gemeinsamen Zielerreichung zu stellen und ihre Erfahrungen dem Team zugänglich zu machen. Kollaboration schlägt Konkurrenz!

4. Wissenstransfer braucht mehr Jobsharing.

Mitarbeiter*innen, die sich eine Aufgabe und einen Verantwortungsbereich teilen, teilen auch ihre Erfahrungen und ihr Wissen automatisch und permanent. So entstehen Duos mit geballter Kompetenz und hoher Problemlösungskompetenz.

 

Sharing is caring – gilt das auch für das Know-How in Ihrem Arbeitsumfeld? Wir wollen es wissen! Und fragen uns und Sie, wie Firmen und Mitarbeiter*innen in Zeiten der digitalen Transformation eigentlich mit Wissen umgehen. Helfen Sie uns dabei, wenn Sie das Thema genauso brennend interessiert wie uns und machen Sie bei unserer Umfrage mit.

Übrigens: Mit der Tandemploy-SaaS haben Sie das richtige Tool, um einen aktiven Wissenstransfer im Unternehmen umzusetzen. Wie geht das? So.

Mehr zum Thema Wissenstransfer können Sie in unserem Whitepaper nachlesen.

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