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Die wichtigsten Jobsharing Fakten

Was ist Jobsharing? Die wichtigsten Fakten

Jobsharing, oder auch Arbeitsplatzteilung, ist ein flexibles Arbeitszeitmodell, bei dem sich zwei oder mehr Arbeitnehmer mindestens eine Vollzeitstelle teilen. Sie arbeiten dabei als Team sehr eng zusammen und legen ihre Arbeitszeiten und Aufgaben individuell untereinander fest. Aber wo genau ist der Unterschied zu Teilzeit? Welche Formen gibt es und für welche Branchen eignet sich das Modell? Wir haben die wichtigsten Jobsharing Fakten und ersten Schritte zusammengefasst und verraten, warum Jobsharing und Co-Leadership Modelle in Unternehmen, die nach Flexibilität und Arbeitgeberattraktivität streben, immer wichtiger werden. Außerdem gibt es Interviews und Best Practice Beispiele.

Die wichtigsten Jobsharing Fakten auf einen Blick

 

Was ist der Unterschied zu Teilzeit?

Zwischen Jobsharing und konventioneller Teilzeitarbeit gibt es erhebliche Unterschiede. Die einzige Gemeinsamkeit ist genau genommen die reduzierte Arbeitszeit. Im Jobsharing ist, durch die Zeitsouveränität und enge Zusammenarbeit als Team, eine ganz andere Arbeitsweise möglich. Somit eignet sich das Jobsharing Arbeitsmodell auch für ganz andere Jobs oder genauer gesagt – für viel mehr Jobs. Auch sehr anspruchsvolle Aufgaben, die in Teilzeit schwer realisierbar sind, werden durch Jobsharing teilzeittauglich. „Teilzeit“ ist zudem oft sehr negativ behaftet, das bekannte Vorurteil lautet oft: „Teilzeit ist nicht sonderlich sexy, schon gar nicht für Männer. Sie ist eine Karrierefalle, eigentlich für alle.“ Das Jobsharing-Arbeitsmodell hingegen hat das Potential, den angekratzten Ruf von flexibler Arbeit ordentlich aufzupolieren. Wir stellen hier 5 Vorurteile gegenüber Teilzeit und 5 Lösungen durch Jobsharing vor.

Welche Formen von Jobsharing gibt es?

Reguläre Teilzeitarbeit kann man, insbesondere in direkter Gegenüberstellung mit dem Jobsharing, auch als Ergebnis eines Job Split betrachten: Eine Vollzeitstelle wird 50/50 aufgeteilt und die einzelnen, klar abgegrenzten Aufgabenbereiche an zwei unabhängig voneinander arbeitende Personen delegiert (Job Split in zwei Teilzeitstellen).
Im Jobsharing in seiner Reinform hingegen würde man die 100% Stelle an zwei Personen delegieren, die diese dann komplett gemeinsam besetzen und bewältigen, sich wirklich eine Rolle teilen (Pure Jobshare). Eine andere, in der Praxis häufiger vorkommende Jobsharing Variante ist die, eine 100% Stelle mit zwei Personen zu besetzen, die unterschiedliche Stärken mitbringen. Diese beiden teilen dann die Aufgaben abhängig von ihren verschiedenen Charakteren und Stärken unter sich auf (Hybrid Jobshare). Weitere Informationen über die verschiedenen Formen von Jobsharing finden Sie hier.

Für welche Branchen und Berufe eignet sich Jobsharing?

Jobsharing ist generell in vielen Branchen und Berufen umsetzbar. Ein paar Vorreiter-Branchen und -Bereiche gibt es aber, in denen Jobsharing schon vermehrt umgesetzt und gelebt wird: Insbesondere in Pflegeberufen ist Jobsharing schon sehr verbreitet. Ebenfalls ganz üblich ist Jobsharing unter Ärzt*innen. Hier werden die Stellen sogar oft ganz explizit als Vakanzen „im Jobsharing“ ausgeschrieben, Gemeinschaftspraxen sind gang und gäbe. Aber auch in Bereichen, in denen man Jobsharing nicht zuerst erwarten würde, ist das Modell auf dem Vormarsch: Top-Sharing, das Teilen von Führungspositionen wie Abteilungs-, Bereichs- und Teamleitung, wird immer populärer.

Für welche Mitarbeitenden ist Jobsharing spannend?

Für wen ist Jobsharing eine sinnvolle Lösung? Prinzipiell auf jeden Fall für alle Menschen, die sich mehr Zeit wünschen. Mehr Zeit für die Familie zum Beispiel, für weitere Projekte, für Weiterbildung neben der Arbeit. Mehr Zeit für die eigene Gesundheit oder die Gesundheit geliebter Menschen – oder ganz einfach mehr Zeit für sich. Auch ist das Arbeiten in Jobsharing Tandems (beziehungsweise Teams) eine attraktive Option für all diejenigen, die durch dieses Konzept der engen Zusammenarbeit einen ganz neuen Zugang zum Arbeitsmarkt bekommen: für Fachkräfte mit anderer Muttersprache zum Beispiel, die in interkulturellen Tandems ihre Fähigkeiten einbringen können oder auch ältere Menschen, die ihr Know-How in generationsübergreifenden Tandems an Berufseinsteiger*innen weitergeben. In unserem Artikel über die drei Typen von Jobsharer*innen finden Sie die Ergebnisse einer Studie zu den typischen Motiven für Jobsharing.
Sie sind vom Jobsharing Modell überzeugt – aber Ihr*e Chef*in noch nicht? Wir haben hier 16 Argumente zusammengetragen, die jede*n Arbeitgeber*in von Jobsharing überzeugen.

Wie können Jobsharing Arbeitsverhältnisse aussehen?

Beim Jobsharing sind verschiedene, ja beinahe alle Zeitaufteilungen möglich. Klassisch wäre die 50/50 Aufteilung einer 100%-Stelle. In der Praxis sind durchaus aber auch andere Konstellationen zu beobachten: 30/70, 40/60, 20/80 – vieles ist denkbar. Auch muss es nicht immer in Summe auf 100% hinauslaufen. Ebenso üblich sind, insbesondere bei Führungspositionen, Aufteilungen von 60/60 oder 70/70. Hier wird dann insgesamt eben mehr als eine volle Stelle besetzt – und die zeitliche Überschneidung (z.B. an einem gemeinsamen Wochentag) erleichtert. Diese Variante eignet sich besonders gut auch für Aufgabenbereiche, die zuvor mit nur einer Person völlig unterbesetzt waren und eigentlich mehr als eine 100%-Stelle umfassen.
Hinsichtlich der genauen Arbeitszeiten sind Jobsharing Tandems in der Theorie komplett souverän und flexibel. In der Praxis macht es natürlich vielerorts Sinn, feste Zeiten und Aufteilungen (z.B. morgens/nachmittags, Montag-Dienstag/Mittwoch-Freitag) zu vereinbaren, damit sich auch Teammitglieder, Kolleg*innen und Vorgesetzte darauf einstellen können, wer wann da und erreichbar ist. Gerade in geteilten Führungspositionen ist es zudem hilfreich, einen gemeinsamen Präsenztag zur Übergabe zu haben. Denkbar wäre es natürlich auch – entgegen der in Deutschland noch sehr verankerten Präsenzkultur – völlig flexible Arbeitszeiten zu vereinbaren. In der Praxis heisst es aber wohl eher: Step-by-Step oder wie man so schön sagt: „Gut Ding will Weile haben“.

Vorteile von Jobsharing

Wie sind die rechtlichen Grundlagen für Jobsharing?

Wer über das Jobsharing-Modell nachdenkt, fragt sich schnell auch, wie die arbeitsrechtliche Lage dazu aussieht? Ist die Umsetzung von Jobsharing in der Praxis kompliziert? Wie werden Verträge, Arbeitspläne, Urlaubsanspruch & Co. geregelt? In unserer Übersicht zu Jobsharing und Arbeitsrecht gibt es alle Antworten. Zudem hat sich Anfang 2019 durch die sogenannte Brückenteilzeit noch mehr in Richtung Flexibilisierung getan.

Wie bewirbt man sich als Tandem?

Sie haben Ihre*n Tandempartner*in gefunden und eine tolle Jobauschreibung gleich dazu. Aber … schreibt man als Tandem eigentlich zwei Bewerbungen? Wie macht man das dann mit dem Lebenslauf? Und was ist, wenn die Stelle gar nicht für Jobsharing ausgeschrieben ist? So bewerben Sie sich als Tandem.

Wie sehen die ersten Schritte im Jobsharing aus?

Wenn man sich für Jobsharing entscheidet, tauchen am Anfang viele Fragen auf. Bei den Jobsharer*innen selbst, aber auch auf Seite von HR. Um allen Beteiligten einen reibungslosener Start zu ermöglichen, gibt es deshalb dieses „Jobsharing-StarterKit” mit Tipps und Checklisten.

Wie kann der Jobsharing-Alltag organisiert werden?

Ist das Jobsharing erfolgreich in die Wege geleitet worden, muss sich das Tandem nochmal ganz konkret damit auseinandersetzen, wie man Aufgaben, Zeitverteilung und Kommunikation gemeinsam ideal organisieren kann. Unter anderem müssen die Jobsharer sich überlegen, wie Ihre Woche genau aussehen soll. Das hängt von vielen Faktoren ab. Wie viele Stunden arbeiten beide Tandempartner*innen? Wie ist Ihre persönliche Situation? Manche Jobsharer*innen arbeiten lieber 2-3 volle Tage, andere sind die ganze Woche, aber nur halbtags da. Aber auch Meetings, Absprachen zur Vertretung in Krankheitsfällen & Urlaub, Aufgabenbereiche, Verantwortungen und vieles mehr muss besprochen und festgelegt werden. Hier gibt es eine Übersicht, wie sie Ihren Jobsharing-Alltag organisieren können.

Wie kann Jobsharing in Organsiationen initiiert werden?

Jobsharing und auch Co-Leadership Modelle werden in Organisationen, die nach Flexibilität und Arbeitgeberattraktivität streben, immer wichtiger. So kann es zum Beispiel ein konkretes Angebot für Elternzeit-Rückkehrer*innen oder Altersteilzeitler*innen sein. Oder ein Instrument, um Frauen gezielt zu fördern und Führung in Teilzeit zu ermöglichen. Jobsharing oder Co-Leadership kann in Unternehmen aber auch als strategische Maßnahme genutzt werden, um Wissenssilos auf Management-Ebene zu vermeiden und eine neue Führungskultur auf den Weg zu bringen.

Technologie kann Organisationen darin unterstützen, ihr Verständnis von Arbeit zu überdenken und anzupassen und die Menschen wieder stärker mit ihrer Arbeit zu verbinden. Innerhalb der der Tandemploy-SaaS steht deshalb eine bunte Palette an Matching-Themen zur Auswahl, mit denen Organisationen gezielt ihre Transformation hin zu einem beweglichen und lebendigen Unternehmensorganismus vorantreiben können. Damit geben wir Ihnen ein Tool an die Hand, das Ihre Mitarbeitenden bedürfnisbasiert, zielorientiert und vor allem eigeninitiativ zusammenbringt für Projekte, Kurzeinsätze, Lunch Dates, Mentoring, Expert*innen finden, Skill Analyser und eben auch für Jobsharing und Co-Leadership. Mithilfe unseres Talent Marketplaces kann Jobsharing innerhalb von Unternehmen einfach umgesetzt und initiiert werden. Der Matching-Algorithmus des Jobsharing-Moduls bringt genau die Menschen zusammen, die fachlich und menschlich gut zusammenpassen. Mitarbeiter*innen können dort ganz einfach (und auf Wunsch anonym) ihr Interesse an einem Jobsharing äußern und direkt passende Tandem­partner*innen unter den Kolleg*innen finden!

Gleichzeitig macht die Tandemploy-SaaS Organisationen, vom Mittelständler bis zum Großkonzern, agil und handlungsfähig, sie verbindet Kolleg*innen innerhalb Ihres Unternehmens für flexible Arbeitsformen, neue Kollaborationsformen und Themen aller Art – und sorgt so für einen lebendigen Wissenstransfer, die Öffnung von Silostrukturen, mehr Innovationskraft und eine höhere Wettbewerbsfähigkeit.

Wie sieht Jobsharing in der Praxis aus?

Wie Jobsharing in der Praxis ganz konkret aussehen kann, können Sie in verschiedenen Interviews nachlesen:


SabElly​ ​-​ ​das​ ​sind​ ​Elly​ ​Oldenbourg​ ​und​ ​Sabine​ ​Georg,​ ​ein​ ​Creative​ ​Agency​ ​Manager-Tandem​ ​bei​ ​Google Deutschland.​ ​© Andreas Rentz/Getty Images


Mit der „Beiersdorf Exklusiv Interviewreihe“ geben wir durch insgesamt elf Interviews spannende Einblicke in ganz verschiedene Jobsharing-Modelle und zeigen, wie vielseitig die Konstellationsmöglichkeiten durch Jobsharing sind.

Wie arbeiten Sie? Passt Ihre Arbeit in Ihr Leben? Oder würden Sie gerne weniger und flexibler arbeiten? Könnten Sie sich ein Jobsharing vorstellen? Gibt es in Ihrem Unternehmen flexible Arbeitsmodelle? Wir freuen uns über einen Kommentar!

Flexibilisierung Bottom-Up! Bei RWE und innogy gestalten die Mitarbeiter die Zukunft der Arbeit.

„Tandemploy ist mehr als Jobsharing“

Jede Woche ein langes Wochenende und Zeit für eigene Projekte - Jobsharing im Startup Skill Hero

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