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Co-Leadership bei Tandemploy

Flexibilisierung und Kollaboration auf Führungsebene – Co-Leadership

Flexibilisierung war bereits 2017 das HR-Trend-Thema und wird als die wichtigste Voraussetzung für die erfolgreiche Digitalisierung von Geschäftsprozessen und -modellen gesehen. Ein Modell, dass Flexibilisierung und Kollaboration auf Führungsebene vereint ist Co-Leadership. Leider begegnet man dem Thema oft noch mit Skepsis, dabei kann das Modell richtig umgesetzt eine echte Alternative und eine strategische Maßnahme in der digitalen Transformation sein.

Jobsharing heißt das Modell, auf dem auch Co-Leadership basiert. Das Modell hat gegenüber einer klassischen Teilzeit viele Vorteile und bietet für Jobsharer und Unternehmen einen echten Mehrwert.
Vor allem die Flexibilität der Arbeitszeiteinteilung und die enge Zusammenarbeit unterscheidet das Jobsharing-Modell von der starren Teilzeit. Es geht aber noch weit darüber hinaus: Jobsharing bedeutet, ein ganz anderes, neues Verständnis von Arbeit.

Tandempartner teilen sich die Arbeitszeit unter sich auf und können sie so an die persönlichen Bedürfnisse und an die des Unternehmens anpassen. Dadurch ergeben sich vielgestaltige Konstellationen, die oft über die typische 100%-Stelle hinausgehen. Vor allem Jobsharing-Tandems auf Führungsebene teilen sich oft mehr als eine 40-Stunden-Stelle.

„Jede Position ist auch in flexiblerer Art und Weise – und ja, auch in weniger Stunden – möglich. Falls der Workload zu hoch ist, können Aufgaben in Teamkonstellationen oder Tandems abgebildet werden. Allein das Festhalten an der starren 40-Stunden-Vollzeitstelle hindert uns daran, hier offener zu denken. Und wenn wir ehrlich sind, sind Führungspositionen ja ohnehin meist 50-60-Stunden-Jobs – dann sollten sie ohnehin lieber von einer Doppelspitze wahrgenommen werden.“ Jana Tepe (Gründerin und Geschäftsführerin Tandemploy, teilt sich seit der Gründung von Tandemploy die Geschäftsführung mit Anna Kaiser im Jobsharing)

Jobsharing bedeutet zudem in aller Regel nicht den Karriereknick, den Teilzeitstellen leider oft noch mit sich bringen. Jobsharing und Co-Leadership sind dadurch ein konkretes Angebot für Elternzeit-Rückkehrer*innen oder Altersteilzeitler, die von einem Sparringspartner profitieren könnten. Es kann für Unternehmen aber auch ein Instrument sein, um die anvisierte Frauenquote zu erreichen und allen Mitarbeiter*innen Führen in Teilzeit zu ermöglichen. Beim Jobsharing stellen zudem zwei Menschen ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihr Know-How zur Verfügung. So entstehen innerhalb des Tandems ganz von alleine unterschiedliche Impulse, Ideen und Lösungen ( = das kleinste Think-Tank im Unternehmen). Die Innovationsfähigkeit, Kreativität und Einsatzbereitschaft werden verdoppelt.

Jobsharing ermöglicht selbstbestimmtes Arbeiten, mit mehr Eigenverantwortung und einem hohen Maß an Selbstorganisation. Jobsharer sind dadurch genau die Changemaker, die innovativ einen Wandel einleiten können. Weitere positive Auswirkungen für Unternehmen sind außerdem eine deutlich größere Motivation und Identifikation mit dem Unternehmen, geringere Ausfallzeiten und hochqualifizierte Mitarbeiter*innen, die dem Unternehmen sonst wahrscheinlich verloren gegangen wären.

Best Practice: Jobshare @ SAP

Dass geteilte Führung funktionieren kann, zeigt unter anderem das Beispiel SAP. Seit Anfang 2018 wird dort jede Führungsrolle so ausgeschrieben, dass sie von zwei Mitarbeiter*innen besetzt werden kann. Inzwischen arbeiten schon mehr als 80 Mitarbeiter*innen in Deutschland erfolgreich als Teilzeitführungskräfte bei SAP.

Entscheidend für den Erfolg von Co-Leadership ist die Rückendeckung und Unterstützung der Geschäftsführung sowie eine offene Kultur und Kommunikation innerhalb der Organisation.

So kann Co-Leadership eine tolle strategische Maßnahme, um Wissenssilos auf Management-Ebene zu vermeiden und eine neue Führungskultur auf den Weg zu bringen!

Jobsharing bei RTL, Interview

Jobsharing bei RTL – und was daraus geworden ist. Interview mit Andrea Sieben und Elisabeth Behr.

„Mind the (Skill) Gap – and close it!“ – Die Zukunft der Blue Collar Mitarbeiter*innen

Von der Jobsharing-Plattform zum Talentmarktplatz – Die Geschichte hinter der stärksten HR Tech-Marke im DACH-Raum