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Zukunftsfähiges Arbeiten durch lebenslanges Lernen – Interview mit Magdalena Rogl

Interview mit Magdalena Rogl über Mentoring

Magdalena Rogl leitet als „Head of Digital Channels“ den Bereich Social Media- und Internal Communications bei Microsoft. Ihre Leidenschaft ist es, Menschen miteinander zu verbinden und Netzwerke aufzubauen. Sie ist Mutter von vier Kindern und setzt sich für das Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ sowie digitale Bildung ein. Als Quereinsteigerin (sie ist ausgebildete Erzieherin), kann Magdalena außerdem Spannendes über die Wichtigkeit von lebenslangem Lernen erzählen. Wir haben mit ihr über Mentoring, zukunftsfähiges Arbeiten und ihren Blick auf die digitale Transformation gesprochen.

Lena, du hast zum Weltfrauentag 2018 ein tolles Video gemacht, in dem du deiner Mentorin dankst. Was bedeutet Mentoring für dich? Und wie sind deine Erfahrungen damit?

Mentoring bedeutet für mich, vor allem Vertrauen und Kommunikation. Ein guter Mentor ist ein guter Zuhörer und ein ehrlicher Ratgeber. Meine Mentoring Kathleen arbeitet in einem ähnlichen Bereich wie ich – ich glaube aber nicht, dass das immer wichtig ist. Auch ein „fachfremder“ Mentor mit Blick von außen kann sehr hilfreich sein.

Was mir besonders wichtig ist, ist eine Begegnung auf Augenhöhe. Deshalb bin ich ein großer Fan von Reverse-Mentoring: In dieser Konstellation lernen beide voneinander.

In meinem Fall hilft mir Kathleen mit ihrer internationalen Erfahrung und ich ihr mit meinen Social Media Skills.
Meine Mentoring-Sessions sind meine absoluten Lieblingstermine, obwohl sie oft sehr anstrengend und aufwühlend sind. Aber ich gehe immer mit neuer Energie, neuen Ideen und nicht selten neuen Entscheidungen aus einem Mentoring-Termin heraus.

Vor allem aber mit neuem Selbstbewusstsein!

Du rufst in dem Video auch dazu auf, dass wir alle Mentor*innen sein sollen? Wie wichtig ist Mentoring heute? Und welche Rolle spielt es in der Digitalisierung?

Ich glaube gerade in der sich immer schneller entwickelnden Welt ist es so wichtig, dass wir voneinander und miteinander lernen. Und Gelerntes weitergeben. In den nächsten Jahren werden mehr und mehr monotone Tätigkeiten von Maschinen oder künstlichen Intelligenzen übernommen werden – das gibt uns mehr Zeit für kreative und empathische Arbeit. Und genau dafür brauchen wir Mentoring, damit wir lernen uns selbst zu hinterfragen, weiterzuentwickeln, einen neuen Blickwinkel einzunehmen und Probleme gemeinsam zu lösen.

Du selbst bist Expertin für vernetztes Arbeiten und Social Media. Wie sieht für dich zukunftsfähiges Arbeiten aus? Und welche Skills werden deiner Meinung nach immer wichtiger?

Als Expertin würde ich mich selbst gar nicht bezeichnen. Aber ich habe gelernt, dass Veränderung wichtig ist, dass man sich Situationen immer wieder neu anpassen und sich selbst neu ausrichten kann. Zukunftsfähiges Arbeiten bedeutet für mich vor allem lebenslanges Lernen. Denn die Jobs, die wir in 10 Jahren machen, gibt es heute vielleicht noch gar nicht.

So war es bei mir damals auch mit Social Media. Als ich zur Schule gegangen bin und meine Ausbildung gemacht habe, gab es noch keine Sozialen Netzwerken – und somit meinen heutigen Job auch noch nicht.

Die wichtigsten Skills für die Zukunft sind aus meiner Sicht deshalb Reflexion, Analyse, Flexibilität und vor allem Empathie.

Was ist entscheidend dafür, dass Netzwerke gut funktionieren?

Meiner Erfahrung nach funktionieren Netzwerke immer dann gut, wenn man sich auf Augenhöhe und als Mensch begegnet. Manche Leute versuchen von Anfang an strategisch und opportunistisch zu netzwerken und haben sofort Business im Kopf. Das nervt und ist anstrengend. Mir geht es in erster Linie immer um die Menschen – und wenn es menschlich gut passt, dann ergibt sich über kurz oder lang immer auch ein Benefit. Ganz persönlich, aber meist auch für die Karriere.

Welche Chancen siehst du in der digitalen Transformation? Wie werden sich Unternehmen und unsere Art des Arbeitens verändern?

Wie jede Art der Veränderung, kann auch die digitale Transformation erstmal für Unsicherheit sorgen. Dinge, die wir nicht kennen, von denen wir nicht wissen, was wir mit ihnen tun sollen; Wege, die noch nicht gegangen wurden und deren genaues Ziel wir vielleicht noch nicht kennen; Rollen, von denen wir noch nicht wissen, dass es sie gibt und wie man sie einnimmt.

Aber genau darin liegen die großen Chancen: Wir können neue Dinge entstehen lassen und Neues formen, wir können neue Wege gehen und unsere Ziele bestimmen, wir können neue Rollen definieren und ausgestalten.

Unsere Art des Arbeitens wird sich also ganz sicher verändern und aus meiner Sicht sehr positiv: Mehr Flexibilität, mehr Kreativität, mehr Individualität.

Und wie kann man schon heute die Arbeitswelt mitgestalten?

In dem man es einfach tut. In vielen Unternehmen gibt es immer noch veraltete Strukturen, die aber meist keiner mehr wirklich gut findet – nur wurde es eben immer schon so gemacht.
Es braucht jemanden, der mutig ist, der andere ermutigt, der Dinge hinterfragt, der Ideen gibt. Und das kann jeder Einzelne von uns sein.

Vielen Dank für deine Zeit und das schöne Interview!

 

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