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Von der Hierarchie zum Netzwerk. Warum Digitalisierung neue Strukturen braucht.

Die Digitalisierung ist nichts, was „einfach wieder vorbei geht“. Was zu Beginn vielleicht noch viele gedacht (oder gehofft?) haben, wird mittlerweile allzu deutlich widerlegt. Die Digitalisierung bleibt, sie schreitet voran – und sie verändert Organisationen und deren Geschäftsmodelle von Grund auf.

Digitalisierung auf der Agenda!

Fast alle Unternehmen haben dies verinnerlicht, die „Digitalisierung“ auf ihre Agenda genommen, Projektgruppen oder „Innovationsvehikel“ dazu gebildet und vielleicht sogar einen „Digital Transformation Officer“ eingestellt.

Was dabei oft zu kurz kommt, ist der ehrliche (und ganzheitliche) Blick auf die Organisationsstrukturen. Während Geschäftsmodelle und Prozesse (teils nur an der Oberfläche, teils aber auch sehr fundiert und ganzheitlich) digitalisiert werden sollen, fällt oft komplett hinten runter, dass neue Wege auch neue Arbeitsmodelle und Strukturen erfordern.

Widerspruch zwischen Struktur & Vision

Während wir mit unseren Geschäftsmodellen freudig ins digitale Zeitalter steuern, verharren unsere Arbeitsmodelle oft noch im Zeitalter der Industrialisierung. Hierarchische Strukturen, Präsenzkultur und Silo-Denken, wohin man schaut. Dass in Strukturen, die immer noch nach den Prinzipien von Anno Dazumal funktionieren, keine echte und nachhaltige Innovation entstehen kann, wird oft völlig ausgeblendet. Übrigens auch in super-hippen-eigentlich-sehr-digitalen Firmen, die es eigentlich besser wissen sollten.

Was tun? Veränderung, die tiefer geht

Freies Denken braucht freie Räume. Freiräume. Und die entstehen nicht in starren Strukturen, in fixen Vollzeitstellen, an denen nicht (niemals!) zu rütteln ist, und auch nicht in bis ins kleinste Detail vordefinierten Aufgabenbereichen, an denen man über Jahre (oder Jahrzehnte) festhält.

Was im Zeitalter der Industrialisierung gut war (klare Strukturen und Prozesse, eine extrem gut durchdachte Arbeitsteilung und Spezialisierung, eine eindeutige Hierarchie und verlässliche, aber starre Arbeitszeiten), kann im Zeitalter der Digitalisierung nur scheitern. Neue Rahmenbedingungen und Anforderungen der Umwelt erfordern neue Strukturen und grundlegende kulturelle Veränderungen in den Firmen.
Vernetztes Denken erfordert vernetzte Strukturen. Flexibles Handeln flexible Arbeits(zeit)modelle.

Kein Selbstläufer, aber überlebenswichtig

Dass die Wandlung von der Hierarchie zur Netzwerk-Struktur kein Selbstläufer ist, und bei größeren Organisation ungleich schwieriger ist als bei kleinen, steht außer Frage. Dass sie notwendig ist, um im digitalen Zeitalter Schritt zu halten, ist allerdings auch nicht mehr zu übersehen.

Das Beste zum Schluss…

Die gute Nachricht ist, dass die Experten, die man für den digitalen Wandel benötigt, meist schon da sind. Sie finden sich im eigenen Unternehmen, vermutlich gemütlich eingerichtet in ihren Silos. Es sind die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Man muss ihnen nur den Raum bieten, sich clever miteinander zu vernetzen: zum Wissenteilen, gegenseitigen Unterstützen und Inspirieren, zum zielgerichteten Erfahrungsaustausch und für die eigenständige Initiierung flexibler Arbeits- und Kollaborationsformen. Denn auch Letztere – so viel ist klar – muss in einer Netzwerkorganisation niemand mehr alleine top-down organisieren.

 

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