Swapping, Shadowing und Co. – Die verschiedenen Arten von Jobrotation

Verschiedene Arten von Jobrotation

Jobrotation kann dabei helfen, junge Mitarbeiter zu Führungskräften zu machen, langjährigen Kolleg*innen Abwechslung im Berufsalltag zu bieten und internen Wissenstransfer zu fördern. Jobrotation ist aber nicht gleich Jobrotation. Es gibt verschiedene Arten. Doch was ist Shadowing genau? Und wie ist der Unterschied zwischen Swapping und Hospitieren? Wir bringen Licht ins Dunkel.

Es gibt gute Gründe für eine Jobrotation

Mitarbeiter & Unternehmen können so…

  • einen Blick für das große Ganze bekommen, umfassend ausgebildet werden
  • Erfahrungen und Fachkenntnisse in verschiedenen Bereichen weiter ausarbeiten
  • gezielt Nachwuchsförderung betreiben
  • die Flexibilität der Mitarbeiter*innen fördern
  • Entstehung von Monotonie und Berufskrankheiten verhindern
  • einseitige körperliche und geistige Belastung der Mitarbeiter*innen reduzieren
  • Elternzeit- & Sabbatical-Lücken unkompliziert schließen
  • Expats bei der Koordination ihrer Einsätze über Ländergrenzen hinweg unterstützen
  • Nachwuchskräfte (z.B. Azubis oder Trainees) animieren, selbstständig nach Hospitationsmöglichkeiten in der Organisation zu suchen
  • Perspektivwechsel und Silo-Abbau ermöglichen
  • Mitarbeitermotivation & -bindung steigern

Doch welche Arten von Jobrotation gibt es eigentlich und welche eignet sich für welches Anliegen?

Swapping

Swapping ist ein Sammelbegriff für alle Formen des Arbeitsplatztausches. Es findet also ein Rollentausch statt, bei dem die Mitarbeiter*innen ihre Aufgaben wechselseitig übernehmen. Swapping kann im eigenen Unternehmen, aber auch zwischen verschiedenen (nicht in Konkurrenz stehenden) Unternehmen stattfinden. Es ist zeitlich begrenzt, wobei zwischen einem Monat und einem Jahr jeder Zeitraum möglich ist. Auch ein Austausch zwischen verschiedenen Ländern bietet sich beim Swapping an.

Hospitieren

Bei einer Hospitation ist der Zeitraum meist deutlich kürzer als beim Swapping. Das Beobachten von Arbeitsabläufen in anderen Bereichen/Abteilungen/Standorten steht hier im Vordergrund. In der Praxis kann eine Hospitation beispielsweise so umgesetzt werden, dass Mitarbeiter*innen einen Tag lang einen anderen Arbeitsbereich innerhalb des Unternehmens kennenlernen, sich mit Kolleg*innen austauschen und Wissen und Erfahrungen teilen.

Shadowing

Wenn man Kolleg*innen nur über die Schulter guckt, um zu lernen, dann spricht man auch von Job Shadowing. Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei dieser Art der Jobrotation um eine Art „Beschattung“. In der Praxis können zum Beispiel Studierende oder Jobanfänger*innen erfahrene Arbeitnehmer*innen eine Weile begleiten. Ursprünglich kommt der Begriff aus den USA. Dort wird Shadowing hauptsächlich genutzt, um High School-Schülern einen ersten Berufseindruck zu vermitteln. Shadowing wird häufig als eine Form der Hospitation definiert.

Weitere Arten

Tatsächlich gibt es noch weitere Arten und Formen von Jobrotationen:

  • Rotationsprinzip: Hier durchlaufen Mitarbeiter*innen ähnlich wie in einem Trainee-Programm, mehrere Stationen
  • Projektarbeit: Auch Projektarbeit kann zur Jobrotation gezählt werden. Dabei werden Mitarbeiter*innen andere Aufgaben für einen zeitlich genau abgesteckten Zeitraum zugeteilt
  • Job Visiting: Dabei übernehmen Mitarbeiter*innen beispielsweise zu 70 Prozent eine neue Aufgabe und behalten zu 30 Prozent die ursprüngliche
  • Bei Jobrotationen wird generell noch zwischen Job Enlargement (horizontale Umstrukturierung) und Job Enrichment (vertikale Umstrukturierung) unterschieden. Bei einer Erweiterung der Aufgaben auf dem gleichen Anforderungsniveau handelt es sich also um Job Enlargement. Job Enrichment ist hingegen eine Veränderung der Qualität der Aufgaben (beispielsweise größere Verantwortungsbereiche).

Zufriedenheit, Motivation und Bindung

Jobrotationen sollten so umgesetzt werden, dass sie zu dem jeweiligen Unternehmen und seinen Mitarbeiter*innen passen. Durch die verschiedenen Arten von Jobrotationen, gibt es dafür unzählige Möglichkeiten.

Trotz der vielen Vorteile, die Jobrotationen mit sich bringen, werden sie jedoch erst bei einem geringen Anteil der Unternehmen tatsächlich umgesetzt. Schuld daran ist oft die Angst vor dem benötigten Aufwand sowie die Unsicherheit in der Umsetzung. Dabei lohnt es sich, das Thema anzugehen. Denn es kann riesiges Potential bieten: Durch Jobrotation steigt nicht nur die Qualität der Mitarbeiter, sondern im besten Fall auch deren Zufriedenheit, Motivation und Bindung zum Unternehmen. Sie sind zudem ein smarter und vor allem konkreter Hebel für den Abbau von Silos, mehr Innovationskraft und internen Wissenstransfer im digitalen Zeitalter.

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