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„Besonders wertvoll sind dabei die Dinge, die man in keinem Lehrbuch nachlesen kann.“ Interview mit Heike Hoch und Kathrin Lamm von „Applaus“

Mentoring kann vieles leisten, wenn wir uns trauen, den klassischen Top-Down Ansatz umzudrehen, wenn wir davon ausgehen, dass jeder ein Mentor sein kann. Heike Hoch und Kathrin Lamm betreiben gemeinsam „Applaus. Das Institut für wertschätzende Kommunikation.“. Dabei arbeiten sie eng zusammen und sind gegenseitig Mentorin und Mentee füreinander. Wie das organisatorisch funktioniert und welchen positiven Einfluss das auf ihre persönliche und berufliche Entwicklung hat, erzählen sie im Interview.

Ihr beide betreibt gemeinsam „Applaus. Das Institut für wertschätzende Kommunikation.“. Wie ist es dazu gekommen?

Kathrin: Ich habe über Heike die Prinzipien der wertschätzenden Kommunikation kennen und schätzen gelernt. Dabei geht es zum einen um eine Haltung, die man selber sich und anderen gegenüber einnimmt. Zum anderen gibt es Kommunikationswerkzeuge, mit denen man Wertschätzung nach außen tragen kann. Ich habe gelernt, diese Werkzeuge in meinem Alltag abzurufen und in verschiedenen Konstellationen im Job und auch im Privatleben einzusetzen und ich bin immer wieder begeistert von der Wirkung. Von Heike kam die Idee, dass wir uns zusammentun und im Rahmen des Instituts wertschätzende Kommunikation trainieren. Ich war sofort begeistert. Ich bin davon überzeugt, dass die Werkzeuge Menschen im Arbeitsalltag sehr unterstützen können und möchte gern dazu beitragen, dass mehr Menschen die Werkzeuge beherrschen und einsetzen. Zudem war ich schon länger bei Heike im Coaching und schätze ihre Art zu arbeiten sehr. Mit ihr gemeinsam so ein Projekt umzusetzen ist für mich Spaß und Lernen zugleich.

Heike: Wir hatten beide den Eindruck, dass die Themen Kommunikation, Präsentation und Kunden führen in Agenturen ein wertvolles Angebot sein würden. So entstand die Idee, das gemeinsam anzubieten. Mit Kathrins langjähriger Erfahrung als Projektmanagerin in Agenturen und meiner langjährigen Erfahrung als Kommunikationstrainerin können wir einen sehr guten Service anbieten.

Kathrin war also zunächst deine Kundin, Heike, und dann dein Mentee. Wie würdet ihr eure Zusammenarbeit heute beschreiben?

Kathrin: Wir haben uns und die Arbeitsweise der anderen in den letzten Jahren natürlich gut kennengelernt. Wir ergänzen uns in vielen Punkten super. Ich z.B. liebe das Visualisieren am FlipChart und stecke gern viel Zeit in schicke Flips – bei gemeinsamen Trainings ist das dann mein Aufgabenbereich. Meine langjährige Erfahrung im Agenturumfeld kommt bei spezifischen Fragen der Teilnehmer aus dem Agenturalltag zum Tragen. Heike bringt viele viele Jahre Erfahrung als Trainerin und Coach mit. Beim Thema Verhandeln mit Kunden oder Teambuilding ist sie die Expertin.

Heike: Nachdem Kathrin eine Coaching- und Trainerausbildung gemacht hat und wir nun schon eine Weile kooperieren, spielt es keine so große Rolle mehr, dass Kathrin anfänglich meine Kundin und mein Mentee war. Im Bereich Training gibt es bestimmt nach wie vor einiges, was Kathrin von mir lernt. Ich lerne wiederum von Kathrin sehr viel von ihrer Expertise als Projektmanagerin und ihren sehr guten Organisations-Kompetenzen. Wir begegnen uns auf Augenhöhe und arbeiten zusammen, weil Kooperation immer inspirierender ist als alleine zu arbeiten. Wir haben aber auch beide andere Kooperationen.

Ihr seid also gegenseitig Mentorin und Mentee füreinander. Wie funktioniert das genau und wie profitiert ihr persönlich davon?

Kathrin: Wir sind in der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung eines Trainings in enger Abstimmung. Wir teilen uns Aufgaben so auf, dass jeder das übernehmen kann, was ihm liegt und wo seine Stärken verortet sind. Das gibt Sicherheit und schafft Leichtigkeit. Am meisten lerne ich dann über Feedback, das Heike mir gibt – das betrifft auch alle Phasen der Trainingsvorbereitung und -umsetzung. Dadurch entdecke ich meine „blinden Flecken“ und bekomme direkt Impulse für eine Optimierung – oder natürlich auch eine Bestätigung meiner Kompetenzen. Außerdem beobachte ich Heike immer ganz genau und lerne auf die Weise beinahe „nebenbei“ von einer so erfahrenen Trainerin.

Heike: Wir haben regelmäßige Treffen und Telefonverabredungen, weil wir ja an unterschiedlichen Standorten sind. Dabei besprechen wir die nötigen Dinge um unsere Projekte voranzubringen, aber auch Hürden und Herausforderungen. Das ist für mich der größte Benefit in jeder Form der Zusammenarbeit. Es ist ein Unterschied, ob ich mich mit jemandem austausche, der in gemeinsame Projekte involviert ist, oder mit Kollegen oder Freunden, die zwar von außen auf meine Themen schauen, aber nicht zwingend an meinem Erfolg interessiert sind. So ist mein Erfolg auch immer Kathrins Erfolg und umgekehrt. Das macht sehr viel Spaß.

Beeinflusst die enge Zusammenarbeit den Erfolg eurer Projekte?

Kathrin: Ich arbeite seit über 15 Jahren im Agentur-Umfeld und kenne somit die Branche bestens – mit all ihren Eigenarten. Mir ist es wichtig, dass die Teilnehmer das in unseren Trainings Gelernte im Arbeitsalltag direkt umsetzen können. Das fällt leichter, wenn man ein konkretes Beispiel aus der Branche hört und wenn vom Trainer die Sprache der Teilnehmer gesprochen wird. Insbesondere bei der Sprache hab ich durch die Zusammenarbeit mit Heike gemerkt, wie speziell diese in den Agenturen doch ist. Wenn der CD und AD mit dem PM den KV im PONR zum Pitch besprechen….

Heike: Um die Frage für mich zu beantworten, kann ich ganz klar sagen, dass ich die Agenturen ein sehr spannendes Umfeld finde und ich sehr gern mit ihnen als Kunden arbeite. Wir bekommen aber auch immer wieder als Feedback, dass die Kunden es als sehr großen Vorteil empfinden, dass sich Kathrin mit den spezifischen Fragestellungen aus der Agenturwelt auskennt und viel Erfahrung mitbringt. Das macht uns glaubwürdig und ohne Kathrin hätte ich mich nicht für Agenturen als Zielgruppe entschieden. Viele Probleme und Herausforderungen in diesem Bereich waren mir vorher nicht bekannt. Gleichzeitig ist unser Eindruck von Anfang an gewesen, dass das Thema „Wertschätzende Kommunikation“ und alles was damit zusammenhängt in vielen Agenturen auf jeden Fall ausbaufähig ist. Die Beziehung zwischen Agenturen und Kunden ist nicht immer einfach und oft auch nicht von gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Das ist das Feld, wo wir sehr gern Hilfestellung leisten. Aber auch intern ist in vielen Arbeitsteams, das gilt nicht nur für Agenturen, die Kommunikation schlecht, wenig wertschätzend. Es herrscht viel Druck und wir wissen beide aus Erfahrung, wie viel mehr an Spaß, Effizienz und Erfolg entsteht, wenn die Kommunikation gut funktioniert. Wir arbeiten mit Werkzeugen aus der „wertschätzenden Kommunikation“, was auch immer ein arbeiten an der inneren Haltung beinhaltet. Es geht bei Wertschätzung nicht um Kuschelbeziehungen, wo man sich gegenseitig immer nur nettes sagt, sondern um eine Haltung, die von Respekt und Kooperationswillen geprägt ist.

Wie definiert ihr Mentoring? Und was begeistert euch daran?

Kathrin: Aus meiner Sicht ist es das Weitergeben von Learnings, von Wissen. Besonders wertvoll sind dabei die Dinge, die man in keinem Lehrbuch nachlesen kann. Und: wenn man den Impuls immer dann bekommt, wenn man gerade selber in der Erfahrung ist. Letzteres kann nur dann erfolgen, wenn Mentor und Mentee zusammen arbeiten oder zumindest in sehr engem Austausch stehen. Aber genau dann begeistert es am meisten, weil es unersetzbar und sowieso unbezahlbar ist! Keine andere Methode kann einen vergleichbaren Umfang von fachlichen und persönlichen Kompetenzen, die über Mentoring weiterentwickelt werden können, abdecken. In den 1:1 Trainings, die ich für Projektmanager anbiete, greife ich genau das Modell auf. In diesem Zusammenhang bin ich Coach, aber auch Mentor für meine Kunden. Ich teile mit Ihnen meine Erfahrungen als langjährige Projektmanagerin und habe viele Beispiele aus der Praxis, wie man mit bestimmten Fragestellungen und Problemen im täglichen Geschäft umgehen kann.

Heike: Für mich heißt Mentoring vor allem jemanden mit viel Erfahrung als Gesprächspartner zu haben, dem ich vertrauen kann. Im kollegialen Umfeld kann ich nicht immer offen über die für mich wichtigen Herausforderungen sprechen. Ich kann davon ausgehen, dass mein Mentor an meiner beruflichen Entwicklung interessiert ist, deshalb kann ich Probleme aus meinem Arbeitsalltag offen ansprechen und von der großen Erfahrung des Mentors profitieren. Im besten Fall profitiert man auch von den Beziehungen des Mentors und bei uns gilt das für uns beide.

Vielen Dank für den spannenden Einblick in eure Arbeit und weiterhin viel Erfolg!

Dass diese Art des Mentorings auch in Unternehmen möglich ist, zeigen wir mit unserer Tandemploy Software  Dort bilden wir Mentoring genau so ab. Hier kann jeder Mentor sein – und auf eigene Faust nach spannenden „Wissens- und Erfahrungsteilern“ in der eigenen Organisation schauen. Neben Mentoring, gibt es auch die Möglichkeit, Kollegen für ein Jobsharing, eine Jobrotation oder ein Projekt zu identifizieren – und einfach miteinander in Kontakt zu treten. 

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