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Was ist Jobsharing? Die wichtigsten Fakten

Die wichtigsten Jobsharing Fakten

Jobsharing, oder auch Arbeitsplatzteilung, ist ein flexibles Arbeitszeitmodell, bei dem sich zwei oder mehr Arbeitnehmer mindestens eine Vollzeitstelle teilen. Sie arbeiten dabei als Team sehr eng zusammen und legen ihre Arbeitszeiten und Aufgaben individuell untereinander fest. Aber wo genau ist der Unterschied zu Teilzeit? Welche Formen gibt es und für welche Branchen eignet sich das Modell? Wir haben die wichtigsten Jobsharing Fakten zusammengefasst.

Die wichtigsten Jobsharing Fakten auf einen Blick

 

Was ist der Unterschied zu Teilzeit?

Zwischen Jobsharing und konventioneller Teilzeitarbeit gibt es erhebliche Unterschiede. Die einzige Gemeinsamkeit ist genau genommen die reduzierte Arbeitszeit. Im Jobsharing ist, durch die Zeitsouveränität und enge Zusammenarbeit als Team, eine ganz andere Arbeitsweise möglich. Somit eignet sich das Jobsharing Arbeitsmodell auch für ganz andere Jobs oder genauer gesagt – für viel mehr Jobs. Auch sehr anspruchsvolle Aufgaben, die in Teilzeit schwer realisierbar sind, werden durch Jobsharing teilzeittauglich.

Wenn zwei Menschen eng zusammenarbeiten, werden selbst Führungspositionen teilbar und mit jeweils geringerer Stundenzahl machbar. Man könnte auch sagen, Jobsharing macht es prinzipiell möglich, den eigenen Job teilzeittauglich zu gestalten – unabhängig davon, ob dieser eigentlich ein typischer Teilzeitjob ist. Letztere sind in ihrer Ausgestaltung leider doch oft beschränkt: auf bestimmte Aufgabengebiete, Jobs und Branchen.

Welche Formen von Jobsharing gibt es?

Reguläre Teilzeitarbeit kann man, insbesondere in direkter Gegenüberstellung mit dem Jobsharing, auch als Ergebnis eines Job Split betrachten: Eine Vollzeitstelle wird 50/50 aufgeteilt und die einzelnen, klar abgegrenzten Aufgabenbereiche an zwei unabhängig voneinander arbeitende Personen delegiert (Job Split in zwei Teilzeitstellen).
Im Jobsharing in seiner Reinform hingegen würde man die 100% Stelle an zwei Personen delegieren, die diese dann komplett gemeinsam besetzen und bewältigen, sich wirklich eine Rolle teilen (Pure Jobshare). Eine andere, in der Praxis häufiger vorkommende Jobsharing Variante ist die, eine 100% Stelle mit zwei Personen zu besetzen, die unterschiedliche Stärken mitbringen. Diese beiden teilen dann die Aufgaben abhängig von ihren verschiedenen Charakteren und Stärken unter sich auf (Hybrid Jobshare).

Für welchen Branchen und Berufe eignet sich Jobsharing?

Jobsharing ist generell in vielen Branchen und Berufen umsetzbar. Ein paar Vorreiter-Branchen und -Bereiche gibt es aber, in denen Jobsharing schon vermehrt umgesetzt und gelebt wird: Insbesondere in Pflegeberufen ist Jobsharing schon sehr verbreitet. Ebenfalls ganz üblich ist Jobsharing unter Ärzten. Hier werden die Stellen sogar oft ganz explizit als Vakanzen „im Jobsharing“ ausgeschrieben, Gemeinschaftspraxen sind gang und gäbe. Aber auch in Bereichen, in denen man Jobsharing nicht zuerst erwarten würde, ist das Modell auf dem Vormarsch: Top-Sharing, das Teilen von Führungspositionen wie Abteilungs-, Bereichs- und Teamleitung, wird immer populärer.

Für welche Arbeitnehmer ist Jobsharing spannend?

Für wen ist Jobsharing eine sinnvolle Lösung? Prinzipiell auf jeden Fall für alle Menschen, die sich mehr Zeit wünschen. Mehr Zeit für die Familie zum Beispiel, für weitere Projekte, für Weiterbildung neben der Arbeit. Mehr Zeit für die eigene Gesundheit oder die Gesundheit geliebter Menschen – oder ganz einfach mehr Zeit für sich. Auch ist das Arbeiten in Jobsharing Tandems (beziehungsweise Teams) eine attraktive Option für all diejenigen, die durch dieses Konzept der engen Zusammenarbeit einen ganz neuen Zugang zum Arbeitsmarkt bekommen: für Fachkräfte mit anderer Muttersprache zum Beispiel, die in interkulturellen Tandems ihre Fähigkeiten einbringen können oder auch ältere Menschen, die ihr Know-How in generationsübergreifenden Tandems an Berufseinsteiger weitergeben.

Wie können Jobsharing Arbeitsverhältnisse aussehen?

Beim Jobsharing sind verschiedene, ja beinahe alle Zeitaufteilungen möglich. Klassisch wäre die 50/50 Aufteilung einer 100%-Stelle. In der Praxis sind durchaus aber auch andere Konstellationen zu beobachten: 30/70, 40/60, 20/80 – vieles ist denkbar. Auch muss es nicht immer in Summe auf 100% hinauslaufen. Ebenso üblich sind, insbesondere bei Führungspositionen, Aufteilungen von 60/60 oder 70/70. Hier wird dann insgesamt eben mehr als eine volle Stelle besetzt – und die zeitliche Überschneidung (z.B. an einem gemeinsamen Wochentag) erleichtert. Diese Variante eignet sich besonders gut auch für Aufgabenbereiche, die zuvor mit nur einer Person völlig unterbesetzt waren und eigentlich mehr als eine 100%-Stelle umfassen.
Hinsichtlich der genauen Arbeitszeiten sind Jobsharing Tandems in der Theorie komplett souverän und flexibel. In der Praxis macht es natürlich vielerorts Sinn, feste Zeiten und Aufteilungen (z.B. morgens/nachmittags, Montag-Dienstag/Mittwoch-Freitag) zu vereinbaren, damit sich auch Teammitglieder, Kollegen und Vorgesetzte darauf einstellen können, wer wann da und erreichbar ist. Gerade in geteilten Führungspositionen ist es zudem hilfreich, einen gemeinsamen Präsenztag zur Übergabe zu haben. Denkbar wäre es natürlich auch – entgegen der in Deutschland noch sehr verankerten Präsenzkultur – völlig flexible Arbeitszeiten zu vereinbaren. In der Praxis heisst es aber wohl eher: Step-by-Step oder wie man so schön sagt: „Gut Ding will Weile haben“.

Jobsharing in Organsiationen initiieren

Auch innerhalb von Unternehmen bieten sich verschiedene Einsatzszenarien für Jobsharing an. So kann es zum Beispiel ein konkretes Angebot für Elternzeit-Rückkehrer*innen oder Altersteilzeitler sein. Oder ein Instrument, um Frauen gezielt zu fördern und Führung in Teilzeit zu ermöglichen. Jobsharing oder Co-Leadership kann in Unternehmen aber auch als strategische Maßnahme genutzt werden, um Wissenssilos auf Management-Ebene zu vermeiden und eine neue Führungskultur auf den Weg zu bringen.

Doch wie kann Jobsharing innerhalb von Organisationen einfach umgesetzt und initiiert werden? Der Matching-Algorithmus der Tandemploy SaaS bringt genau die Menschen zusammen, die fachlich und menschlich gut zusammenpassen. Mitarbeiter*innen können dort ganz einfach (und auf Wunsch anonym) ihr Interesse an einem Jobsharing äußern und direkt passende Tandem­partner*innen unter den Kolleg*innen finden!

 

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