,

Spannende Zahlen – Eine Jobsharing Studie

Tandemploy Jobsharing Studie

Zuverlässige Zahlen zum Jobsharing zu bekommen ist nicht einfach. Ein paar wenige Zahlen werden immer wieder zitiert – und einige wenige Köpfe und Forscher tauchen in diesem Zusammenhang immer wieder auf. Eine von Tandemploy durchgeführte Jobsharing Studie ergänzt und unterstützt die bisherigen Erkenntnisse über Jobsharing – und zeigt einen deutlichen Trend.

Mehr Unternehmen bieten Jobsharing an

Die überraschendste Zahl gleich vorweg: 20,4 % der Unternehmen in Deutschland tun es bereits! Boten in 2003 erst 9,1% aller Unternehmen in Deutschland Jobsharing an, waren es einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln zufolge in 2006 schon 14,3% und in 2009 bereits 20,4% (vgl. Institut der Deutschen Wirtschaft Köln, 2010). Dies ist eine beachtliche Steigerung um 124%.

Die Einschätzung seitens der Arbeitgeber ist überwiegend wohlwollend: In einer von Tandemploy (2013) durchgeführten (nicht-repräsentativen, aber in ihrer Tendenz schon deutlichen) Befragung von 25 Unternehmen kannten bereits 85% das Jobsharingmodell und standen ihm positiv gegenüber.

Teilzeit im Trend

Auch auf Führungsebene wird Jobsharing (dann Topsharing genannt) zunehmend relevanter. In einer von Broel (2013) durchgeführten Online-Befragung von 90 Personalverantwortlichen speziell zum Thema Topsharing gaben gar 74% der Teilnehmer an, dass sie sich das Teilen einer Führungsposition in ihrem Unternehmen in Zukunft vorstellen können – wenn rechtliche und personelle Fragen vorab zufriedenstellend geklärt sind.

Teilzeitarbeit generell liegt in Deutschland im Trend: Von knapp 41,6 Mio. Erwerbstätigen im Jahr 2011 arbeiteten rund 26% (das sind etwa 10 Mio. Menschen) in Teilzeit. Damit ist der Anteil an Teilzeitkräften seit 2000 um 33% angestiegen und liegt weit über dem EU Durchschnitt (19%). Auch unter Männern und hochqualifizierten Erwerbstätigen steigt die Anzahl derer, die in Teilzeit arbeiten. Bei den Männern verdoppelte sich der Anteil der in Teilzeit Arbeitenden seit 2000 von 5% auf 10%, bei den Hochqualifizierten stieg er in diesem Zeitraum von 14% auf 19%. Beide Zahlen liegen ebenfalls über dem EU Durchschnitt (vgl. Zeit Online, 2011).

Zufolge der Tandemploy Jobsharing Studie unter 175 Arbeitnehmern würden 51,5% der Befragten, wenn sie die Wahl hätten, lieber in Teilzeit arbeiten. Eine gute „Work-Life-Balance“ und mehr Freiheit in der Gestaltung und Einteilung der eigenen Zeit sind für Arbeitnehmer ein immer lauter werdender Anspruch. 50% sehen Jobsharing zukünftig sogar als eine Option für sich selber.

 

Quellen:

Broel, Susanne (2013): Chefposten für zwei? Jobsharing für Führungskräfte. Diplomica Verlag

Tandemploy Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbefragungen zum Thema Jobsharing, 2013

Institut der deutschen Wirtschaft Köln (2010). Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit. URL: http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/unternehmensmonitor-2010 (Stand: Oktober 2013)

Zeit Online (2011). Teilzeit boomt in Deutschland. URL: http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-10/teilzeit-arbeitsmarkt-minijob (Stand: Oktober 2013)

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.