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Jobsharing im Diversity Management von thyssenkrupp = Diversity²

Jobsharing im Diversity Management von thyssenkrupp

Nina Frost und Sina Echterhoff teilen sich das Diversity Management bei thyssenkrupp Steel. Im Interview erzählen sie, wie sie sich ihre Aufgaben ihren Stärken entsprechend aufteilen und sowohl sie als auch thyssenkrupp von dem Arbeitsmodell Jobsharing profitieren.

Wie kam es dazu, dass ihr Zwei euch einen Job bei thyssenkrupp Steel teilt?

Sina: Ich betreue das Diversity Management bzw. die Aufgaben rund um Diversity schon länger – mittlerweile sind es knapp zehn Jahre. Da ich drei Kinder habe, arbeitete ich seit 6 Jahren in Teilzeit. Die Aufgabenbereiche wurden von Jahr zu Jahr vielfältiger und der Arbeitsumfang stieg so weit an, dass ich meinen Job eigentlich nicht mehr in Teilzeit ausüben konnte. Ich fragte mich: „Erhöhe ich meine Stundenanzahl?“, „Gebe ich die Stelle ab?“ oder „Gibt es da noch einen anderen Weg?“

Nina: Nach meinem zweiten Kind und meinem Wiedereinstieg bei thyssenkrupp war mir klar, dass ich etwas Neues ausprobieren und mich beruflich verändern will. Meine große Herausforderung war es, eine Position zu finden, die ich inhaltlich spannend finde und die gleichzeitig zu meiner aktuellen Lebensphase passt. Unser Personalmanager bei Steel Europe, der uns beide kannte, hat eins und eins zusammengezählt und die beiden losen Enden – Sina und mich – zusammengefügt.

Sina: Ja, auf die Idee des Jobsharings und auch auf Tandemploy hatte mich bereits eine Freundin aufmerksam gemacht. Ich dachte sofort, dass ist etwas für mich und meine Aufgaben. Unsere Vorgesetzte – selbst Mutter von zwei Kindern – wie auch unser Personalleiter haben dieses Vorhaben direkt unterstützt.

Wie sieht eure Wochenplanung aus? Wer arbeitet wann und wieviel?

Nina: Ich arbeite vier Tage die Woche à sechs Stunden – also insgesamt 24 Stunden – und bin meistens von Montag bis Donnerstag im Büro.

Sina: Momentan arbeite ich 20 Stunden drei Tage die Woche. Meine festen Bürotage sind Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. Allerdings sind wir flexibel und nehmen Termine auch an unseren freien Tagen wahr. Hin und wieder arbeiten wir auch im Home Office.

Nina: Meistens sind wir beide bis etwa 15.00 Uhr im Büro. Außerhalb unserer festen Arbeitszeiten sind wir über das Handy erreichbar. Seitdem wir im Jobsharing arbeiten, ist der Übergang vom Arbeits- zum Privatleben fließender geworden – das garantieren die für uns so wichtigen und flexiblen Arbeitsbedingungen.

Welche Aufgaben habt ihr als Diversity Managerinnen und wie teilt ihr euch diese?

Sina: Unsere Aufgabe ist einfach gesagt: wir fördern die Vielfalt in unserem Unternehmen. Diese findet sich auch in unseren Aufgaben selbst wieder.

Nina: Genau, von der Konzeption eines Mentoringprogramms für talentierte Frauen über die Erstellung eines neuen KPI-Berichtes bis hin zur Organisation der Sommerferienbetreuung. Wir arbeiten in vielen unterschiedlichen spannenden Bereichen und Themenfeldern.

Sina: Wir tragen für unterschiedliche Themenbereiche die Verantwortung. Gerade deshalb fällt es uns leicht, die Aufgabengebiete aufzuteilen. Ich betreue beispielsweise unsere Betriebs-Kita. Wenn ich nicht da bin, kann Nina natürlich Fragen zum Anmeldeprozedere oder ähnlichem beantworten. Nina ist die „Zahlenaffine“ von uns und betreut alle Kennzahlen-Themen. Neben der Aufteilung von Verantwortungen und Themen arbeiten wir aber gerne auch zusammen – aktuell zum Beispiel an einer großen Veranstaltung für Frauen in unserem Unternehmen. Es ist unglaublich hilfreich, sich gemeinsam hinzusetzten, Ideen zu erarbeiten und unserer Kreativität freien Lauf zu lassen. Basierend darauf teilen wir uns Arbeitspakete auf und geben einander ehrliches und konstruktives Feedback – wann immer es eine von uns braucht.

Nina: Außerdem organisieren wir uns so, dass wir einander immer auf dem Laufenden halten. Dafür haben wir einen wöchentlichen Jour Fixe. Wichtige Updates passieren natürlich täglich über den Schreibtisch hinweg. Zudem setzen wir die andere in E-Mails grundsätzlich immer in CC.

Wie reagieren die Menschen um euch herum bei thyssenkrupp?

Sina: Das Thema Jobsharing ist in unserem eher traditionsreichen Unternehmen neu. Aber was mich hier bei thyssenkrupp gerade in der heutigen Zeit erfreut, ist diese Aufbruchsstimmung – etwas zu wagen und Neues im Personalbereich einbringen zu dürfen. Der Kulturwandel im Konzern macht sich auch hier bemerkbar. Jobsharing ist ein zeitgemäßes Thema, welches es uns möglich macht, Herausforderungen meistern zu können.

Nina: Wir gehen offensiv mit dem Thema um und erklären, was hinter diesem Arbeitsmodell steckt. Und zu wem passt es nicht besser als zum Diversity Management – es ist Teil unseres Jobs, solche innovativen Arbeitsmodelle im Unternehmen voranzubringen. Wir sind sozusagen das lebende Beispiel – hoffentlich als Leuchtturm mit viel Strahlkraft (lacht).
Anfangs ist es natürlich oft so, dass unsere Kollegen nicht wissen, dass wir beide verantwortlich sind und Fragen beantworten können. Mit unserer Begeisterung für das Arbeitsmodell und unserer offenen Art spielt sich das aber schnell ein.

Wie profitiert ihr persönlich von dem Arbeitsmodell?

Sina: Wir profitieren beruflich wie auch privat von unserem geteilten Job. Beruflich können wir weiterhin einen herausfordernden Job ausüben, ohne von Aufgabe zu Aufgabe zu hetzen, um allen Anfragen zu genügen. Ganz im Gegenteil: wir haben sogar Raum und Zeit, um neue Strategien zu erarbeiten. Wirklich toll ist es, dass immer jemand da ist, der die Aufgaben auffängt, wenn doch mal ein Kind oder man selbst krank ist.

Nina: Und außerdem bringen zwei Menschen, die sich einen Job teilen, verschiedene Kompetenzen zusammen. Sie sorgen damit schon durch ihre unterschiedlichen Sichtweisen automatisch für mehr Diversity. Bei uns ist es so, dass Sina aus dem Personal und ich aus dem Vertriebs- und Projektmanagement komme. Wir haben oft einen unterschiedlichen Blick auf die Dinge, welcher uns am Ende des Tages zu einem ganz neuen und kreativeren Ergebnis führt.

Sina: Hinzu kommt, dass Jobsharing uns mehr Freiräume in unserer Freizeit ermöglicht. Es ist viel einfacher, alles unter einen Hut zu bringen (lacht).

Was glaubt ihr ist entscheidend für ein erfolgreiches Tandem?

Sina: Was ganz wichtig ist: die Chemie muss stimmen. Beide Tandempartner müssen das Gefühl haben, gut miteinander arbeiten zu können.

Nina: Das stimmt, wir haben direkt bei meinem Vorstellungsgespräch erkannt, dass das mit uns passen könnte. Darüber hinaus ist es wichtig, dass Tandems gemeinsam an einem Strang ziehen. Sina und ich arbeiten themenbezogen und lösungsorientiert. Wer egoistisch seine Karriereambitionen verfolgt, ist im Jobtandem absolut fehl am Platz.

Sina: Neben der Persönlichkeit des Tandems ist aber auch ganz wichtig, dass das Unternehmen und gerade die Führungskräfte zu dem Projekt stehen und aktiv das Arbeitsmodell unterstützen. Nur so kann man Jobsharing auch wirklich erfolgreich im Unternehmen leben.

Bitte vervollständigt diesen Satz: „Jobsharing ermöglicht mir….“

Sina: …meinen beruflichen Weg weiter zu verfolgen und das nicht als Einzelkämpferin, sondern im Team. Gleichzeit kann ich meine Kinder aufwachsen sehen und zwar ganz bewusst, eben weiterhin ein Teil ihres Lebens sein – auch im Kindergarten und während der Schulzeit.

Nina: …weiterhin beruflichen Herausforderungen zu begegnen und trotzdem viel Zeit mit meinen Kindern zu verbringen.

Danke für das Interview.

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