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Jobsharing in Deutschland 2013 – Eine Befragung

Jobsharing in Deutschland 2013

Derzeit gibt es nur sehr wenige Befragungen, die das Thema Jobsharing in Deutschland in den Fragenkatalog aufnehmen. Tandemploy führte deshalb 2013 eine kleine nichtrepräsentative Umfrage unter 25 Unternehmen und 175 Arbeitnehmern durch, um einige Meinungen über dieses Arbeitsmodell einzuholen.

Jobsharing in Deutschland 2013 – Die Fakten

Einige wenige Zahlen, die bereits bekannt sind, haben wir in einer Infografik zusammengestellt. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln berichtet im Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2013, dass im Jahr 2012 ein Anteil von 11,1 Prozent der deutschen Unternehmen das Jobsharing-Modell als familienfreundliche Maßnahme nutzen. Im Vergleich zur Befragung von 2009 ist die Verbreitung von Jobsharing-Modellen, von damals noch 20,4 %, um fast die Hälfte zurückgegangen. Vermutet wird hier ein Zusammenhang mit der steigenden Verbreitung von Teilzeittätigkeiten, in denen vollzeitnah oder über 50 % hinaus gearbeitet wird (vgl. Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2013). 74 % der Personalverantwortlichen sehen Jobsharing bereits als Option für das Teilen einer Führungsposition und die von Tandemploy durchgeführte Umfrage ergab, dass 85 Prozent der Unternehmen dem Jobsharing-Modell positiv gegenüberstehen und 51,5 Prozent der Arbeitnehmer lieber in Teilzeit arbeiten würden, wenn sie die Wahl hätten.

Was erkennen wir an diesen Zahlen?

Die Unternehmen sind auf einem guten Wege sich auf die Veränderungen der Arbeits- und Lebenswelt einzustellen. Arbeitgeber sind offen gegenüber neuen Arbeitsmodellen. Sie wissen, dass ihre Belegschaft immer älter wird, langjähriges Fachwissen durch Verrentung verloren geht und ihnen ein Fachkräftemangel bevorsteht, wenn sie nicht früh genug dagegen angehen.

Potentiale der Frauen stärker nutzen

Viele Potentiale blieben dabei bisher so gut wie unberührt. Dazu gehören vor allem die gut qualifizierten Frauen. Meist sind sie diejenigen, die sich ihre Zeit zwischen Beruf und Kindern aufteilen müssen und deshalb beruflich zurückstecken.

Neubewertung der Arbeit notwendig

Für eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsleben muss das Mitwirken der Männer und eine Stärkung des Vaterbildes intensiver in den Mittelpunkt gerückt werden. Oft werden sie noch mit der veralteten Rolle des Familienernährers in Verbindung gebracht, sie stecken in festen Arbeitszeitstrukturen fest oder sie definieren sich sehr stark über ihre Arbeit. Aber auch bei den Männern wird der Wunsch nach mehr Zeit für die Familie immer größer. Sowohl Frauen als auch Männer sind sehr daran interessiert, in bestimmten Lebensphasen ihre Arbeitszeit zu reduzieren ohne dabei ihre qualifizierte Tätigkeit aufzugeben.

Jobsharing für bestimmte Lebensphasen

Eine Lösung hierfür ist Jobsharing. Dieses Modell ermöglicht es, klassische Vollzeitstellen, beispielsweise in einer Führungsposition, teilbar zu machen. Natürlich bedeutet das auch, auf einen Teil des Gehalts zu verzichten aber in bestimmten Lebensphasen werden die Prioritäten anders gesetzt. Dann steht die Familie im Vordergrund, die eigenen Projekte oder einfach mehr Zeit für sich selbst.

Information und Aufklärung für Unternehmen UND Arbeitnehmer

Der Bedarf oder das Interesse an diesem Modell im eigenen Unternehmen kann beispielsweise durch eine Mitarbeiterbefragung erfolgen. In der Regel mangelt es aber an den notwendigen Informationen, was beim Jobsharing überhaupt auf beide Seiten zukommt. Deshalb ist es sinnvoll, das Thema zuerst im Unternehmen bekannt zu machen. Das kann zum Beispiel durch Informationsveranstaltungen oder Workshops erfolgen. Oft hilft es, Experten auf diesem Gebiet zu Rate zu ziehen, um die Arbeitnehmer und die Unternehmen von den vielen Vorteilen zu überzeugen aber auch über die rechtlichen Bedingungen und mögliche Anlaufschwierigkeiten aufzuklären.

Wenn beide Seiten von Jobsharing überzeugt sind, kann es ein gewinnbringendes Modell sowohl für Unternehmen als auch für Arbeitnehmer sein.

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