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„Langfristig kann so echte Gleichberechtigung entstehen.“ – Jobsharing bei Gruber-Folien

© Martin Holzer Ein Schwestern-Tandem – Elisabeth und Barbara Gruber teilen sich die Unternehmensführung.

„Die Produkte unserer Kunden sind wertvoll. Sie verdienen bestmöglichen Schutz, bedienungsfreundliches Handling und eine optimale Inszenierung. Das alles bieten unsere Verpackungslösungen.“ Gruber-Folien entwickelt, produziert und verarbeitet seit über 40 Jahren Kunststofffolien für Partner aus den verschiedensten Branchen. Als Unternehmen möchte Gruber-Folien aber auch den eigenen Mitarbeitern individuell angepasste Lösungen bieten, die den jeweiligen Lebenssituationen entsprechen. Wir haben mit Geschäftsführerin Elisabeth Gruber über Jobsharing, Chancen und ein etwas anderes Tandem gesprochen.

Wie kam es dazu, dass Sie nun Jobsharing anbieten? Wie sind Sie darauf aufmerksam geworden?

Im Arbeitsalltag haben wir bemerkt, dass uns das Arbeitszeitmodell der klassischen 40-Stunden-Woche von der Arbeitgeberseite her nicht zu 100% zufrieden gestellt hat. Für einige Arbeitsbereiche bzw. Positionen ist uns dieses Modell zu starr und nicht flexibel genug. Außerdem ermöglicht uns Jobsharing, dass Wissen auf zwei Personen verteilt wird und längere Ausfälle nicht gleich eine Katastrophe darstellen. Gerade für ein kleineres Unternehmen ohne großen Mitarbeiterstamm ist das ein riesen Vorteil.
Auch in Gesprächen mit Mitarbeitern und im privaten Bereich mit Freunden und Bekannten kam immer wieder das Thema und der Wunsch nach einer flexibleren Arbeitszeitgestaltung zur Sprache. Aus diesem Grund haben wir uns mit dem Modell des Jobsharings und der Anwendbarkeit auf unser Unternehmen näher beschäftigt.

Meetingraum bei Gruber-Folien

Sie haben bisher noch kein Tandem in Ihrem Unternehmen, praktizieren aber mit ihrer Zwillingsschwester auch eine Art von Jobsharing. Wie sieht das genau aus und wie funktioniert es organisatorisch?

Meine Schwester und ich teilen uns die Geschäftsführung des Unternehmens. Dabei betreut jede ihre eigenen Bereiche. Einige Aufgabengebiete bearbeiten wir aber auch gemeinsam bzw. in Vertretung der anderen. Hier ist es natürlich wichtig, sich eng abzustimmen, eine gemeinsame Organisationsstruktur zu entwickeln und sehr viel miteinander zu kommunizieren. Somit war es mir auch möglich, ohne große Bauchschmerzen und mit geringem Aufwand in Mutterschutz zu gehen.

Im Juli sind Sie zum ersten Mal Mutter geworden und ihre Schwester erwartet diese Jahr auch ein Kind. Wie organisieren Sie sich? Erlaubt Ihnen das „Jobsharing“ Familie und Karriere besser zu vereinbaren?

In jedem Fall! Ich habe nach dem Mutterschutz begonnen, meine Arbeitszeit zu reduzieren. Meine Schwester wird das Gleiche dann ebenfalls mit Ende des Mutterschutzes umsetzen. Die Organisation verläuft über engen Kontaktaustausch und terminliches Vorausplanen. Uns erlaubt das Jobsharing so, Aufgabenschwerpunkte flexibel hin und her zu schieben und zu verteilen.

 Was begeistert Sie an flexiblen Arbeitsmodellen?

Uns begeistert die Idee, Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, anspruchsvolle und herausfordernde Aufgaben im Zweierverbund anzugehen. Gerade Frauen haben ja nach einer Jobpause oft das Problem, in der Teilzeitfalle zu landen und im Vergleich zu früher unattraktivere Tätigkeiten angeboten zu bekommen.
Wir denken, dass Jobsharing aber auch für Männer eine interessante Alternative darstellen kann. Langfristig kann so echte Gleichberechtigung entstehen.

Aktuell suchen Sie Jobsharer für den Bereich Sachbearbeiter & Materialmanager (m/w). Für welche Positionen können Sie sich dieses Modell noch gut vorstellen?

Wir können uns das Modell grundsätzlich in allen administrativen Aufgabenbereichen vorstellen.
Unser Ziel ist es in jedem Fall, auch weitere Stellen in unserem Unternehmen auf Jobsharing auszurichten.

Büro bei Gruber-Folien

Wenn Sie drei Wünsche an Ihr erstes Jobsharing-Tandem formulieren könnten, welche wären das?

  • Teamgeist
  • Engagement
  • Das gegenseitige Ergänzen von Talenten

Und worauf dürfen sich Bewerber bei Gruber-Folien freuen?

Auf eine familiäre und ungezwungene Arbeitsatmosphäre bei gleichzeitig professioneller und zeitgemäßer Arbeitsweise. Weiterhin bieten sich bei uns aufgrund unserer starken Zukunftsorientierung immer die Möglichkeiten, sich persönlich und fachlich weiterzuentwickeln.

Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur beschreiben?

Kurze Kommunikationswege, flache Hierarchien, Entwicklungs- & Entfaltungsmöglichkeiten und starke Fokussierung auf Menschen – als Mitarbeiter, Kunde oder Lieferant.

Vielen Dank für das interessante Interview und weiterhin viel Erfolg!

 

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