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Teamfähigkeit, Altruismus und Humor! Ein Interview über Jobsharing mit Irenka Krone-Germann und Anne de Chambrier

Teamfähigkeit ist wichtig für Jobsharing - Interview

Irenka Krone-Germann und ihre Kollegin Anne de Chambrier arbeiten seit 6 Jahren als Jobsharing-Tandem zusammen – und das gleich in mehreren Projekten. Neben ihrer Arbeit für die Schweizer Entwicklungshilfe, befassen auch unsere Nachbarinnen sich im Jobsharing-Modell mit Jobsharing! Im Auftrag des Schweizer Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann haben Irenka und Anne ein Forschungs- und Informationsprojekt zum Thema Jobsharing in der Schweiz gestartet. Wir haben die beiden in der Schweiz getroffen und festgestellt, dass echte Teamfähigkeit Jobsharing zum Selbstläufer macht – und für Unternehmen eher Kosten senkt als steigert.

Irenka, Du und Anne arbeiten seit sechs Jahren im Jobsharing zusammen. Wie würdest Du euer Arbeitsverhältnis beschreiben?

Meistens optimal, spannend und abwechslungsreich! Durch das Jobsharing können wir viel mehr Regionen der Welt abdecken (wir arbeiten seit 6 Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit und Hilfe der Schweiz innerhalb von Projekten, die mit Handelsförderung zu tun haben). Bisher hatten wir auch noch nie Schwierigkeiten uns bei sensiblen Entscheidungsprozesse zu einigen. Streit haben bisher nie gehabt und wir diskutieren auch regelmässig und intensiv über unsere Projekte um beide denselben Stand der Informationen (formell und informell) zu haben.

Was ist die wichtigste Erkenntnis, die ihr in den letzten Jahren über Jobsharing erlangt habt?

Es ist wichtig den richtigen Arbeitspartner bzw. die richtige Arbeitspartnerin zu finden, denn es ist eine Form von Teamarbeit, die sehr intensiv ist. Man braucht ganz klare Eigenschaften: Offenheit, Grosszügigkeit, sehr hohe Teamfähigkeit, Flexibilität in Gedanken und Handeln, Altruismus und Humor! Es gibt Momente, in denen der eine Jobsharing Partner vielleicht zeitlich und thematisch mehr als der andere Partner in ein Projekt eingewickelt ist. Grosszügigkeit und Flexibilität sind demzufolge sehr wichtig, denn man wird nicht immer in selber Prozentzahl durchgehend arbeiten und bezahlt werden. Ein Jobsharingverhältnis ist demzufolge ein Modell, dass sich langfristig in einem Ausgleich zwischen zwei Partnern bewährt.

Was ist eurer Erfahrung nach die größte Sorge, die Arbeitnehmer zum Thema Jobsharing haben? Und ist sie berechtigt?

Die größten Sorgen sind natürlich die eventuellen Zusatzkosten für das Unternehmen, zum Beispiel erhöhte Fixkosten im Büro, erhöhte Kosten für den zusätzlichen Informationsaustausch, Rekrutierungskosten für zwei Personen statt für nur eine. Diese Sorgen sind aber nur dann berechtigt, wenn das Modell nicht gut funktioniert, denn jedes Duo wird per se versuchen, alles so gebunden wie möglich zu liefern: Der Informationsaustausch verläuft oft schnell per Mail oder SMS, die Bewerbung wird in einem Package geliefert und die Evaluationen verlaufen effizient zu dritt (Vorgesetzer + Duo). Die zusätzlichen Arbeitsfixkosten sind je nach Unternehmen klein da es oft nur einen zusätzlichen Computer und eventuell einen zusätzlichen Schreibtisch braucht. Die Stabilität von Jobsharing Paare scheint auch grösser zu sein: Wenn man einen passenden Arbeitspartner bzw. eine Arbeitspartnerin gefunden hat und es gut funktioniert, ist die Tendenz kleiner, die Stelle zu wechseln – was auch zur Kostensenkung fürs Unternehmen führen kann!

Vielen Dank für das Interview! 

 

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