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„Eule“ und „Lerche“ gesucht – Jobsharing bei der pme Familienservice Gruppe

Jobsharing Interview pme Familienservice

(Alexa Ahmad, Geschäftsführerin von pme Familienservice)

Die pme Familienservice Gruppe unterstützt seit 1991 Menschen dabei, ihren Beruf und ihren Privatleben besser zu vereinbaren. Der Anbieter sozialer Dienstleistungen geht dabei selber mit gutem Beispiel voran und bietet seinen eigenen (mittlerweile 1.500) Mitarbeitern verschiedene flexible Arbeitsmodelle an – darunter auch Jobsharing. Die Position der  „Assistenz der Geschäftsführung“ haben sie kürzlich ganz bewusst im Jobsharing ausgeschrieben – mit einem Tandempartner in Frankfurt und einem in Berlin. Was es damit auf sich hat, hat uns Geschäftsführerin Alexa Ahmad im Interview erzählt.

Eine Stelle explizit im Jobsharing auszuschreiben und noch dazu an zwei verschiedenen Standorten – damit sind Sie definitiv Vorreiter. Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Das hat zwei Gründe: Erstens haben wir 21 Standorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz und über 60 Kitas. Ich bin deshalb ständig unterwegs, wobei ich mich am meisten in Frankfurt und Berlin aufhalte. Zweitens brauche ich oft morgens zwischen 7 und 9 Uhr Unterstützung und dann wieder ab 16 Uhr. Dazwischen habe ich Termine. Für eine einzelne Person sind diese Arbeitszeiten nicht zumutbar. Deswegen hatten wir die Idee, dass sich zwei Personen den Job teilen könnten. Optimalerweise finden wir eine so genannte „Lerche“, die gerne früh am Morgen arbeitet und eine „Eule“ für die Spätdienste. Oder die beiden wechseln sich ab mit ihren Servicezeiten. Beide sollten an die Teams der Berliner bzw. Frankfurter Standorte angebunden und dort eingearbeitet werden. Nach der Einarbeitungsphase können sie völlig frei entscheiden, von wo aus sie arbeiten möchten.
Meine bisherige Assistentin – die jetzt neue Aufgaben im Unternehmen übernimmt – arbeitet schon seit Jahren im Mobil Office. Sie ist ein ganz freier Satellit. Es war ihre Idee, die Stelle so umzustrukturieren, dass ich gut gecoacht und dirigiert bin und gleichzeitig, die Assistenz ihre WorkLife-Harmonie finden.

Welche Vorteile sehen Sie im Jobsharing oder gab es anfangs Zweifel?

Ich habe schon sehr früh, sehr gute Erfahrungen mit Jobsharing gemacht. Vor einigen Jahren hatte ich parallel eine englischsprachige und eine deutschsprachige Assistentin. Wie die Arbeit aufgeteilt wurde, haben die beiden eigenständig bestimmt. Es gab nur eine Regel: Jeden Tag sollte eine von beiden zur Verfügung stehen. Dadurch gab es z.B. keine urlaubsbedingten Ausfälle. Jobsharing ist ein Modell für Menschen, die eine Teilzeitstelle suchen und jetzt keinen Vollzeitjob wollen.

Sie bieten bei pme Familienservice verschiedene Arbeitszeitmodelle an und sind generell sehr mitarbeiter- und familienorientiert – wie passt Jobsharing da rein?

Jobsharing passt, weil es ein Teilzeitmodell ist, dass unseren Teammitgliedern die Freiheit gibt, sich neben einem interessanten Job anderen Aufgaben widmen, z.B. der Betreuung von Familienmitgliedern, einer berufsbegleitenden Ausbildung oder einem zeitintensiven Hobby bzw. Sport.
In vielen Bereichen unseres Unternehmens werden Jobsharing-Modelle immer aktueller, z.B. in der Produktverantwortung. In unseren Standorten brechen wir Verantwortungsbereiche runter. In Kürze gehen drei Leiterinnen von Standorten in den Ruhestand. Sie werden nicht durch eine einzige Nachfolgerin ersetzt, sondern durch ein Führungsteam. Damit ist es auch einfacher, in dieser verantwortlichen Position in Teilzeit zu arbeiten. Die Strukturen, die wir für die Zukunft schaffen, werden Jobsharing einfacher machen.

Liebe Frau Ahmad, herzlichen Dank für Ihre Zeit und Antworten! 

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