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Führung im Tandem, aus zwei Städten? – Jobsharing bei der Deutschen Telekom

Führung im Tandem, aus zwei Städten? Tina Akbar (links) und Anna Altintzoglou teilen sich eine Führungsposition bei der Deutschen Telekom. Tina arbeitet von Berlin aus, Anna in Bonn. Wie die beiden ihr ‚Topsharing‘ organisieren und warum sie es immer wieder machen würden, haben sie uns im Interview erzählt.

Ihr beiden teilt euch eine Führungsposition bei der Telekom. Wie kam’s?

Tina: Nach meiner 2. Elternzeit wurde mir im Personalbereich die Führungsposition, Beratung und Betreuung der Vertriebsleiter,  angeboten. Da ich in Berlin bin war klar, dass das Team eine starke Besetzung vor Ort in Bonn braucht.  Warum dann nicht gleich auf Augenhöhe? Und da Anna schon im Gespräch war, dass Team zu bereichern, hatte ich unserem Chef vorgeschlagen, dass doch gleich als Führungstandem auszugestalten, um die Fördermodelle in die Praxis umzusetzen.

Anna: Für mich hat sich hiermit die tolle Möglichkeit geboten, Führung im direkten Austausch hautnah mitzuerleben und zu lernen; im Gegenzug dazu konnte und kann ich mein mehrjähriges Praxiswissen bezüglich inhaltlicher Fragestellungen weitergeben – wir ergänzen uns also ganz prima!

Nun arbeitet ihr auch noch von verschiedenen Städten aus. Macht das die Sache komplizierter –  oder ist es sogar ein Vorteil?

Tina: Die Frage hat sich im Vorfeld nicht gestellt und wir persönlich haben das zu einem Vorteil gemacht, denn zum einen sind wir sehr fokussiert wenn wir uns austauschen, also sehen und hören und zum anderen bekommen wir so auch nicht das Gefühl, dass wir als „Doppel“ wahrgenommen werden .

Wie stellt ihr sicher, dass die jeweils andere über die wichtigsten Dinge informiert ist?

Anna: Da wir ja beide in Teilzeit arbeiten (Tina hat montags ihren freien Tag und ich freitags), beginnen wir an unseren gemeinsamen Arbeitstagen Dienstag bis Donnerstag mit unserem morgendlichen, halbstündigen Telefonat, in dem wir noch offene Punkte besprechen, uns gegenseitig über die wichtigsten Themen des Vortags informieren und auch darüber, was am aktuellen Tag ansteht. Darüber hinaus kommunizieren wir sehr viel über eMails und achten auch immer darauf, dass wir beide bei wichtigen Themen adressiert werden. Außerdem haben wir Zugriff auf das andere Postfach. Das gibt mir ein total gutes Gefühl, wenn ich mal einen Tag in einem „Meeting-Marathon“ bin und wenig Gelegenheit habe, meine Mails zu checken – dann weiß ich doch, dass Tina noch da ist und einen Blick darauf hat.

Haben eure Mitarbeiter jeweils eine engere Bezugsperson? Ihr macht die Einzelgespräche, wöchentlichen Jour Fixes etc. ja sicher nicht immer zu zweit…

Tina: Ich glaub es ist nur menschlich, dass es Präferenzen gibt, wobei mir diese nicht direkt bekannt sind und bisher auch kein Thema bei uns im Team gewesen ist. Genau, die Jour Fixes mit jedem im Team haben wir aufgeteilt, aber aufgrund von Terminen sind diese flexible und es kommt immer wieder zum Wechsel.

Was würdet ihr sagen sind die wichtigsten Voraussetzungen, damit Jobsharing gelingt?

Tina: Vertrauensverhältnis und Akzeptanz muss zu 100% gegeben sein und Erfolge sind als gemeinsame Leistung zu verstehen!

Anna: .. und in Ergänzung dazu finde ich es enorm wichtig, dass kein Konkurrenz-Denken entsteht. Ich glaube, das wäre das Todesurteil für Jobsharing.

 Würdet ihr es wieder machen?

Tina: Ja, klar, mit Anna immer!

Anna: Sofort!

Herzlichen Dank euch beiden für eure Zeit und das spannende Gespräch!

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