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„Flexible Arbeitsmodelle gehören zu einer modernen Arbeitswelt dazu.“ – Jobsharing bei Sevenval

Sevenval Technologies gehört seit 1999 zu einem der führenden Partner für Frontend-Lösungen. Bei Sevenval arbeiten „Performance-Junkies, Qualitätsfanatiker, Framework-Freaks, Prototyping-Bastler, Design-Geeks, Projekt-Jongleure und viele weitere Spezialisten, die in der digitalen Welt zuhause sind“. Jetzt sollen auch noch ein paar Jobsharer dazukommen, denn was wäre Batman ohne Robin, was wäre Frodo ohne Sam?!  Wir haben mit Wolfgang Seyppel, Director Professional Services am Standort Köln, und Martin Frommhold, Head of HR, über ihr „Jobsharing-Experiment“ gesprochen.

Wolfgang, Martin, was begeistert euch an flexiblen Arbeitsmodellen? Und wie seid ihr auf Jobsharing aufmerksam geworden?

Martin: Jobsharing bietet die geniale Möglichkeit, die Kreativität zweier Menschen in einer Position zu vereinen. Nebenher bietet man zwei Menschen die Möglichkeit, ihr Arbeitspensum an ihre persönlichen Bedürfnisse anzupassen. Damit hat man schon fast eine Garantie, dass die beiden hoch motiviert sein werden.
Ich las das erste Mal über Jobsharing in einem Artikel über Tandemploy in der Brand Eins. Seither suchte ich nach einer Möglichkeit, dieses Modell einmal in der Praxis zu testen. Mit Wolfgang habe ich hier einen begeisterten Teamleiter gefunden.

Wolfgang: Genau, Martin ist mit der Idee auf mich zugekommen und ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich Jobsharing im ersten Moment nicht so gut fand. Aus dem einfachen Grund, weil ich das Prinzip nicht verstanden hatte – nämlich, dass wir beim Jobsharing über eine Vollzeitstelle sprechen, mit der ich planen kann und die von zwei Personen mit Leben gefüllt wird. Also zwei kreative Köpfe auf einer Stelle, was eine ziemlich geniale Idee ist!
Flexible Arbeitsmodelle gehören zu einer modernen Arbeitswelt dazu. Gerade wer in Vollzeit arbeitet, braucht eine gewisse Flexibilität. Die gibt es bei Sevenval. Ich finde es wichtig, ein berufliches Umfeld zu haben, dass Freiräume ermöglicht, zum Beispiel wenn man einen Termin hat, Handwerker kommen oder jemand in der Familie krank ist oder Unterstützung benötigt.

Martin Frommhold, Head of HR und begeistert von Jobsharing

Ihr sucht gerade euer erstes Tandem. Habt ihr schon Erfahrung mit anderen flexiblen Arbeitszeitmodellen?

Wolfgang: Ja, in meinem direkten Team ist ein Developer im Leistungssport sehr erfolgreich. Er arbeitet eine reduzierte Anzahl an Wochenstunden, um Arbeit und Trainings zu vereinbaren. Meine Frau arbeitet in Teilzeit, seit sie nach der Geburt unserer Tochter wieder in den Job eingestiegen ist. Ein Arbeitsmodell muss zur jeweiligen Lebenssituation passen.
Flexible Arbeitszeitmodelle – wie wir sie bei Sevenval verstehen – haben weniger etwas mit der Anzahl der Wochenstunden zu tun, sondern vielmehr mit der Möglichkeit, Beruf und Privates in Einklang zu bringen. Das kann in Form einer Teilzeit- oder Tandemstelle sein, genau wie bei einer Beschäftigung in Vollzeit: Bei uns gibt es zwar eine Kernarbeitszeit, aber man kann davon nach Bedarf und nach Rücksprache abweichen oder von Zuhause arbeiten, etwa wenn ein Arzttermin ansteht oder das Kind krank ist.

Martin: Bei uns steht das Thema Flexibilität generell sehr stark im Vordergrund. Wie jedes Unternehmen erwarten wir bei Sevenval natürlich, dass unsere Mitarbeiter immer an Bord sind, wenn es gerade erforderlich ist. Diese Flexibilität der Mitarbeiter geben wir aber auch sehr bewusst zurück. Das bedeutet, dass wir keine Stunden zählen. Jeder Mitarbeiter kann sich die Zeit nehmen, die er für private Belange benötigt. Unsere Erfahrung zeigt, dass dabei jeder Sevenvallie ein sehr starkes Verantwortungsbewusstsein für seine Arbeit an den Tag legt. Das ist ein vertrauensvolles Geben und Nehmen. Unser Augenmerk liegt dabei vor allem darauf, dass alle zufrieden sind und sich niemand selbst verbrennt.

Ihr seid beide Väter. Wie klappt es bei euch mit der Vereinbarkeit? Und wie unterstützt euch Sevenval dabei?

Wolfgang: Das klappt sehr gut, vor allem weil diese Vereinbarkeit durch unsere Geschäftsführer vorgelebt wird. Es gibt immer mal Lebenssituationen, da gilt “Family First”, unabhängig davon, was gerade im Job ansteht. Vor Kurzem musste meine schwangere Frau plötzlich ins Krankenhaus und da war es selbstverständlich, dass mich einer unserer Geschäftsführer direkt zu ihr fuhr und ich am nächsten Tag bei meiner Familie war.

Martin: Ich bringe meine Tochter morgens immer in die Kita. Das gibt mir eine täglich garantierte Zeit mit ihr, in der ich mich voll und ganz auf sie einstellen kann. Wenn sie einmal krank ist oder Termine in der Kita anstehen, kann ich jederzeit Homeoffice machen und meine Arbeit zum Beispiel auf den Abend legen, wenn die Kleine im Bett ist. Dadurch kann ich immer für sie da sein, wenn es nötig ist.

Wolfgang Seyppel (Director Professional Services am Standort Köln) und sein Team starten mit dem „Experiment Jobsharing“

Wolfgang, in deinem Team startet ihr mit dem „Experiment Jobsharing“ und sucht ein Web Developer (m/w) Frontend-Tandem. Wie seid ihr an das Thema rangegangen?

Wolfgang: Experimentierfreudig! Ich habe zusammen mit unseren HR-Kollegen gebrainstormt, worauf es ankommt, was uns wichtig ist. Wir gehen da mit einer gewissen Neugier und Hands-on-Mentalität ran. Und dieses Vorgehen passt zu uns. Wir wollen nicht alles bis ins kleinste Detail planen, sondern mit dem Tandem den passenden Weg finden, also starten und dann kontinuierlich optimieren und anpassen. Ein agiles und zugleich professionelles Vorgehen, mit dem wir auch in unserem Projektgeschäft erfolgreich sind.
Coden ist etwas Kreatives, jeder Entwickler codet anders und das macht das Jobsharing auch so spannend. Klar, beim Tandem wird es in der Abstimmung Reibungsverluste geben und das ist okay. Das wird dadurch ausgeglichen, dass zwei Personen frische Impulse und Ideen einbringen. Und genau hierauf freue ich mich!

In der Stellenausschreibung steht „Vielleicht bringst du deine berufliche bessere Hälfte gleich mit. Und falls du allein ins Rennen gehst: Im Rahmen erster Gespräche lernst du deinen potentiellen Jobsharing-Partner frühzeitig kennen.“ Wie stellt ihr euch den Bewerbungsprozess vor?

Wolfgang: Der Auswahlprozess ist zunächst wie bei jeder anderen Stelle bei uns auch: Wir legen wert auf einen offenen Austausch, bei dem wir die Person als Mensch kennenlernen möchten. Wenn sich ein Duo gemeinsam bewirbt, findet das Erstgespräch mit beiden zusammen statt. Wenn sich eine Einzelperson für die Tandemstelle interessiert, führen wir das erste Gespräch allein. Dann versuchen wir herauszufinden, welche Duos passen könnten und führen die Kandidaten zusammen.

Martin: In gewisser Weise ist das für uns auch ein spannendes Experiment. Ich bin davon überzeugt, dass der Auswahlprozess möglichst individuell zu den jeweiligen Kandidaten erfolgen muss. Solche neuen Konstellationen zwingen uns, ausgetretene Wege zu verlassen. Davon können die Kandidaten und wir nur profitieren.

Wie sehen deine Wunschkandidaten/innen aus, Wolfgang?

Wolfgang: Wir suchen offene, kommunikationsstarke Menschen mit einem guten technologischen Know-how. Sie sollten fachlich auf einem ähnlichen Level sein und eine breite gemeinsame Basis mitbringen, gerne mit individuellen Schwerpunkten. Und natürlich sollten es Personen sein, die Lust auf etwas Neues haben, die mit uns das Jobsharing ausprobieren und an dieser Erfahrung wachsen wollen!

Martin, was findest du aus HR-Sicht an Jobsharing und anderen flexiblen Arbeitsmodellen spannend? Und könnt ihr euch das auch für andere Bereiche bei Sevenval vorstellen?

Martin: Die gesamte IT-Welt spricht seit Jahren vom gefürchteten Fachkräftemangel. Was wäre, wenn nicht die Anzahl der Fachleute das Problem ist, sondern die Bereitschaft der Unternehmen, auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen? Alle mir bekannten Menschen in Teilzeit sind hoch motiviert und nehmen ihren Job sehr ernst. Wenn es in diesem Bereich knirschte, lag das nach meiner Beobachtung vor allem an starren Rahmenbedingungen. Jobsharing bietet die Chance, hier Abhilfe zu schaffen. Ich möchte aus diesem ersten Versuch viel lernen und hoffe, dass wir diese Erfahrungen dann auch auf andere Fachbereiche übertragen können.

Und worauf darf sich euer erstes Tandem bei Sevenval freuen? Wie würdet ihr eure Unternehmenskultur beschreiben?

Wolfgang: Erst einmal auf eine herzliche und warme Begrüßung, auf offene Menschen und ein gutes Miteinander. Wir kickern gerne zusammen, packen auch mal unsere Nerfguns aus oder unternehmen etwas zusammen – jeder so, wie es für ihn passt und wie er Lust drauf hat. Bei uns gibt es außerdem keinen Dresscode. Da wird man eher komisch angeschaut, wenn man im Sommer nicht mit kurzer Hose und Flip Flops ins Büro kommt. Bei uns zählt der Mensch, nicht das Äußerliche.

Martin: Bei Sevenval gilt das Prinzip Augenhöhe. Hier fragt dich niemand nach deinem Titel oder deinem Alter, vielmehr zählen Engagement und gute Ideen.

Das Sevenval Büro in Köln liegt ganz zentral direkt am Hauptbahnhof

Herzlichen Dank für das interessante Interview und die schönen Einblicke! Wir wünschen weiterhin viel Erfolg!

Weitere spannende Interviews mit flexiblen Arbeitgebern gibt es hier!

 

2 Kommentare
  1. datenraum.de
    datenraum.de sagte:

    Ein sehr guter Post, der alles ausreichend zusammen fasst. Ich habe mich damals auch durch alle Anfänger-Guides gelesen bevor ich dann nutzliche Information gefunden habe. Sowas ist äußerst hilfreich! Es ist vor allem schön zu wissen, dass alle mal klein angefangen habe. Das ist zwar eigentlich klar, aber wird gern vergessen.

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