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Embrace the Immigrant Spirit – Jobsharing verbindet!

Embrace the Immigrant Spirit - Jobsharing verbindet!

In einer neuen Studie zur internationalen Jobmobilität schneidet Deutschland ziemlich gut ab: Hinter den USA, Großbritannien und Kanada ist es das viertliebste Ziel von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aus der ganzen Welt. An der von der Boston Consulting Group und StepStone durchgeführten Online-Umfrage nahmen über 200.000 Menschen aus 189 Ländern teil. Internationals sind eine großartige Chance, den Fachkräftenmangel hierzulande abzufedern, unsere Arbeitswelt bunter und vielfältiger zu gestalten und Kulturen und Erfahrungsschätze zu verbinden. Warum es trotzdem große Hürden in der praktischen Umsetzung gibt und wie man sie mit Jobsharing und Immigrant Spirit umgehen kann.

Gemeinsam besser!? Kleine und mittlere Unternehmen stellen kaum Internationals ein

Meist sind es jedoch die ohnehin schon international aufgestellten und orientierten Unternehmen, die wiederum Internationals einstellen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen, die bereits heute stark vom Fachkräftemangel betroffen sind, nutzen kaum die Chance, internationale Fachkräfte zu rekrutieren. Dem BMWi-Qualifizierungsmonitor zufolge sehen 83 Prozent der Betriebe mit bis zu 9 Mitarbeitern und 76 Prozent der Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten die Rekrutierung von Internationals als nicht relevante Maßnahme an. Unglaublich oder durchaus verständlich?

Hürden bei der praktischen Umsetzung

Ganz offensichtlich gibt es einige Hürden, die kleine und mittlere Unternehmen davon abhalten, internationale Fachkräfte einzustellen. Und das selbst dann, wenn es eigentlich schon schmerzt. Diese Hürden bestehen aber – und auch das wird bei genauerem Hinsehen deutlich – vor allem in den Köpfen.

3 Hürden, die Firmen von der Einstellung internationaler Fachkräfte zurückschrecken lassen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  1. Internationale Fachkräfte sind schwer einzuordnen
    In Deutschland spielen der Lebenslauf und nachweisbare Qualifikationen nach wie vor eine entscheidende Rolle bei der Rekrutierung. Wir legen viel Wert auf formale Abschlüsse. Anders als in vielen anderen Ländern sind Quereinstiege bei uns eher unüblich bis schwierig. Personaler und/oder Entscheider können die Potentiale internationaler Fachkräfte daher oft nur schwer einschätzen, vor allem oder gerade weil sie an bestimmten „Hard Facts“ festhalten und mit Studienabschlüssen und Ausbildungen anderer Ländern nicht vertraut sind.
  2. Die Integration in eine (bisher) deutschsprachige Firma
    Die ganze Dokumentation ist auf deutsch, sämtliche Meetings ebenso, einige Mitarbeiter sprechen kein Englisch – wie sollen sich Fachkräfte aus dem Ausland da zurechtfinden und  integrieren? Wie sich mit der Kultur anfreunden, ja, mit der gesamten Arbeitsweise? Auch diese Sorgen sind eine Hürde, die Firmen davon abhalten kann, Internationals einzustellen.
  3. Ein gefühlt „neues Fass“ neben so vielen anderen
    Gerade kleinere Unternehmen haben oft unzählige Themen auf dem Tisch, die wichtig und dringend zugleich sind. Sie müssen Kunden gewinnen, Umsätze erzielen, bekannter werden, das Team erweitern. Wenn letzteres nun auch noch mit internationalen Fachkräften geschehen soll, mag das für manch einen Geschäftsführer, Abteilungsleiter oder Personaler ein „neues Fass“ zuviel sein.

Doch so einleuchtend die Vorbehalte im Hinblick auf die alltägliche Umsetzbarkeit  sind, so sehr müssen wir an ihrer Überwindung arbeiten. Unseren Unternehmen, aber vor allem unserer Gesellschaft zuliebe, die immer bunter und internationaler wird – und sich doch idealerweise in unseren Organisationen widerspiegeln sollte. Was aber tun, wenn der Gedanke zwar bestechend, aber die Umsetzung doch so schwierig ist? Womit anfangen? 

Eine Idee: Integration mit Jobsharing!

Ein Ansatz, das Ganze pragmatisch und auf dem „seichten Wege“ zu starten, wäre die Bildung multikultureller Jobsharing-Tandems. Denn Jobsharing kann nicht nur Erfahrungsschätze und Generationen, Geschlechter und Perspektiven verbinden. Es ist auch ein gutes Modell, um Menschen aus verschiedenen Kulturen, mit unterschiedlichen Muttersprachen in Teams zusammenzubringen und sie Schritt für Schritt ins Unternehmen zu integrieren.

Jobsharing überwindet Sprachbarrieren & erleichtert die Integration

So kann Jobsharing zwischen Deutsch-Muttersprachlern und Internationals nicht nur Sprachbarrieren überwinden, sondern auch für einen sanfteren Einstieg in eine eher traditionelle Unternehmenskultur ermöglichen. Internationals lernen in enger Zusammenarbeit mit Deutsch-Muttersprachlern Sprache und Kultur viel schneller kennen, fühlen sich mit einem Tandempartner an der Seite höchstwahrscheinlich wohler und sicherer – und werden besser in die Firma integriert, was letztlich auch ihren Familien hilft, die oftmals mit nach Deutschland kommen.

Gelebtes Diversity Management im Tandem

Neben diesen offensichtlichen Vorteilen für die oft sehr gut ausgebildeten Fachkräfte aus aller Welt profitieren natürlich auch die hiesigen Unternehmen und deren Mitarbeiter von gelebtem Diversity Management im Tandemformat: der enge interkulturelle Austausch bringt neue Ideen und Perspektiven – und verbessert vielleicht nebenbei auch noch die Kenntnisse in der jeweils anderen Sprache. Im Idealfall bringen internationale Tandems eine neue Offenheit und Kommunikationskultur in die Organisation, die sich auf die Kollegen überträgt und zu einem echten interkulturellen Miteinander führt.

Embrace the Immigrant Spirit!

Während Hürde 2 und 3 damit auf elegante Weise übersprungen werden können, bleibt Hürde 1 bestehen. Hier hilft tatsächlich nur ein bisschen mehr Experimentierfreude, Mut und Offenheit. Und/oder Immigrant Spirit, ein junges Unternehmen, dass internationale Fachkräfte ganz gezielt bei der Jobsuche auf dem deutschen Arbeitsmarkt unterstützt und nur mit Firmen zusammenarbeitet, die ihre Teams gerne und explizit international aufstellen. Mit ihnen haben wir unsere Idee kulturübergreifender Tandems bereits einen Schritt weitergedacht – und großen Gefallen daran gefunden.

Was denken Sie über internationale Jobsharing-Teams? Ein pragmatischer Schritt in die richtige Richtung, gelebtes Diversity Management oder noch immer viel zu kompliziert? Wir freuen uns über Kommentare und weitere Gedanken und Ideen hierzu – denn in diesem Thema ist definitiv viel Musik drin!

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