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Aufgaben, Visitenkarten, Vergütung – Die wichtigsten Antworten zum Thema Jobsharing-Organisation

Die wichtigsten Antworten zum Thema Jobsharing Regelungen

Wie funktioniert eigentlich die Vergütung im Jobsharing? Und wie ist es mit dem Urlaubsanspruch? Wie werden Aufgaben aufgeteilt und wie viel „Einswerden“ ist sinnvoll im Tandem?Diese und ähnliche Fragen tauchen zum Beginn eines Jobsharings  häufig auf. In unserem How-To-Artikel haben wir deswegen die rechtlichen Rahmenbedingungen und Jobsharing Regelungen einmal kurz zusammengefasst und erläutern, wie viel Symbiose gut ist.

Grundsätzliche Jobsharing Regelungen und Ansprüche

  • Vergütung: Jobsharer werden, wie bei einer Teilzeittätigkeit, anteilig entsprechend der Zahl der vereinbarten Arbeitsstunden bezahlt. Sind Arbeitgeber zusätzlich an einen Tarifvertrag gebunden, werden Jobsharer natürlich in die entsprechende Lohn- und Gehaltsgruppe eingeteilt und danach bemessen.
  • Vertretung und Mehrarbeitszuschlag
: Im Jobsharing gibt es grundsätzlich keine Vertretungspflicht. Eine Ausnahme besteht, wenn ein dringendes betriebliches Erfordernis vorliegt und die Vertretung im Einzelfall zumutbar ist. Eine Vertretung kann allerdings im Vertrag vereinbart werden. In diesem Falle müssen sämtliche Pflichten gesondert festgelegt werden. Viele Jobsharer haben dazu aber auch einfach mündliche Absprachen und organisieren sich sehr flexibel. Wird Vertretungsarbeit geleistet, muss diese grundsätzlich wie normale Arbeitszeit entgolten werden. Zu beachten ist, dass diese Mehrarbeit nicht als zuschlagpflichtige Überstundenarbeit behandelt wird.
  • Urlaub: 
Beim Anspruch auf Urlaub gelten die gleichen Regelungen wie bei einer Vollzeittätigkeit. Gemäß §3 des Bundesurlaubsgesetzes wird von einem Mindestanspruch von 24 Werktagen bei einer 6-Tage-Woche ausgegangen. Wenn die Arbeitszeit nicht auf alle Werktage verteilt ist, aber nach Werktagen bemessen wurde, muss der Urlaubsanspruch in Arbeitstage umgerechnet werden. Bei einer 3-Tage-Woche errechnet sich dann beispielsweise der Anspruch folgendermaßen: 24 Werktage/6 x 3 Arbeitstage je Woche = 12 Arbeitstage Urlaub. Auch beim Urlaubsentgelt haben die Jobsharer einen Anspruch auf die anteilige tarifliche Vergütung.
  • Sozialversicherung: 
Im Jobsharing gelten für die Sozialversicherung die gleichen Grundsätze wie bei der Teilzeitbeschäftigung. Die Arbeitnehmer unterliegen der Sozialversicherungspflicht, es sei denn, es handelt sich um eine geringfügige Beschäftigung oder andere Ausnahmen von der Versicherungspflicht.

Wie viel Symbiose ist beim Jobsharing sinnvoll?

Unterschiede zwischen USA und Deutschland:
In den USA, dem Geburtsland des Jobsharing, gleicht ein Jobsharing-Arbeitsverhältnis oft einer Art Symbiose. Jobsharer haben oftmals ein und dieselbe Visitenkarte, mit jeweils einem Namen auf jeder Seite. Sie teilen sich einen Arbeitsvertrag, einen Schreibtisch – und managen ihre Arbeitsplatzteilung komplett souverän. In Deutschland zeigt sich meist ein anderes Bild: Jobsharer haben in der Regel jeweils eigene Arbeitsverträge und auch wenn sie als Team gesehen werden, bleiben sie doch wahrnehmbare Einzelpersonen mit individuellen Stärken. Das Management des Jobsharing-Arbeitsverhältnisses liegt meist bei den Jobsharern selber.

Aber wie viel „Einswerden“ ist denn sinnvoll?

Eins ist sicherlich unstrittig: Das Ziel der Jobsharer muss „eins“ sein, anders funktioniert es nicht. Auch muss nach außen deutlich erkennbar sein, dass beide als Team fungieren und die Stelle gemeinsam besetzen und verantworten. 
Auch bei den Zielvereinbarungen stellt sich die Frage: ein gemeinsames Ziel – oder individuelle Einzelziele? Die Antwort hängt maßgeblich von der Art des Jobsharing ab. Haben die Jobsharer sehr ähnliche Kompetenzen und teilen tatsächlich alle Aufgabenbereiche der Stelle, kann es sinnvoll sein, nur gemeinsame Ziele zu vereinbaren. Ergänzen sich die Jobsharer allerdings und haben innerhalb des Stellenprofils komplementäre Kompetenzen und Erfahrungen, ist es ratsam, zusätzlich zu gemeinsamen Zielen auch spezifische Einzelziele zu vereinbaren.

Wie geht man mit den Einzelleistungen um? Wie mit Zeugnissen?
Je nachdem, in welchem Kontext und welchem Modell die Arbeitnehmer in ihrem späteren Berufsleben einmal arbeiten wollen, kann eine Team-Gesamtbewertung förderlich sein oder auch nicht. Wenn man sich nochmals zusammen bewerben möchte, ist eine Bewertung der Teamleistung eine tolle Sache! Möchte man allerdings später einmal allein in Vollzeit weiterarbeiten und werden die eigenen Aufgaben aus dem Zeugnis nicht ersichtlich, ist das schon schwieriger. Ein einzelnes Zeugnis ist daher in Deutschland noch Gang und Gebe – eine „Team-Komponente“ darin wäre allerdings eine aussagekräftige Ergänzung.

Der gemeinsame Auftritt
Ein gemeinsames „Corporate Design“ macht durchaus Sinn, um zu unterstreichen, dass man sich tatsächlich eine Stelle teilt und beide gleichwertige Ansprechpartner und Entscheider sind. Je nachdem, wie heterogen die Tandems sind, kann es aber durchaus praktisch sein, die jeweiligen Spezialgebiete kenntlich zu machen.

Weitere Fragen zur Organisation des Jobsharing-Alltags werden in diesem Artikel beantwortet.

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