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„Diversität, Mut und Botschafter*innen“ – Interview mit Tijen Onaran

Tijen Onaran im Interview über New Work und Digitalisierung

© Hendrik Lüders

Tijen Onaran ist Unternehmerin, Moderatorin und Speakerin. Mit startup affairs berät sie Unternehmen in der PR- und Öffentlichkeitsarbeit sowie beim Aufbau und der Pflege von Communities und engagiert sich mit ihrer Initiative Global Digital Women für die Vernetzung und Sichtbarkeit von Frauen in der Digitalbranche. Zudem publiziert Tijen Onaran regelmäßig als Mitglied des Handelsblatt Expertenrates, sowie als Kolumnistin für Lead Digital. Sie wurde in das Faculty Board für „Digital Leadership“ der Management School St. Gallen berufen sowie in die Jury des Digital Leader, Corporate Culture und PR Report Awards. Vor ihrer Selbstständigkeit war Tijen Onaran für Europa-, und Bundestagsabgeordnete, für das Bundespräsidialamt sowie für Verbände und eine Hochschule in leitenden Funktionen tätig. Im Interview haben wir über New Work, die „Arbeitswelt von Morgen“ und die wichtigsten Skills in einer digitalen und vernetzten Welt gesprochen.

Liebe Tijen, man hat den Eindruck, dass du gerade überall präsent bist, sobald es um digitale Transformation geht. Man kann dich also als Expertin für Digitalisierung, Arbeit 4.0 etc. bezeichnen. Was bedeutet New Work für dich persönlich?

New Work bedeutet für mich die Freiheit zur Verantwortung. Auf der einen Seite müssen Unternehmen ihren Talenten die Freiheit geben eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen, und auf der anderen eben diese Talente die Freiheit auch wahrnehmen – sprich Verantwortung übernehmen!

Wie sieht für dich ein Unternehmen aus, das für die „Arbeitswelt von Morgen“ bzw. die digitale Arbeitswelt gewappnet ist?

Ein solches Unternehmen ist für mich von drei Dingen geprägt: Diversität, Mut und Botschafterinnen und Botschaftern, die eben diesen Mut und die Diversität intern und extern sichtbar machen. Noch nie war es für Unternehmen so wichtig da anzusetzen, wo das Herzstück der Innovationskraft ist: beim Menschen selbst. Unternehmen, die für die Zukunft gewappnet sein wollen, müssen mehr denn je in der Lage sein transparent und offen zu kommunizieren. Es geht nicht mehr nur um das Was, sondern vor allem um das Wie. Wie werden Arbeitsprozesse digitalisiert? Wie Künstliche Intelligenz genutzt? Und für das Wie braucht es eben genau die Multiplikatoren, die als Botschafterinnen und Botschafter, intern vernetzen und extern Sichtbarkeit schaffen.

Kollaboratives Arbeiten, Agilität, Flexibilisierung – Was sind aktuell die wichtigsten Themen?

Das wichtigste Thema ist meiner Auffassung nach: welche Werte bilden die Basis für unsere digitale Arbeitswelt? Den Themen rund um Kollaboration, Flexibilisierung, Agilität liegt doch zu Grunde, ob die Werte, die unsere Arbeitswelt bisher geprägt haben, noch die zeitgemäßen sind. Ich glaube an einigen Stellen sind sie wichtiger denn je und anderen müssen sie gänzlich neu definiert bzw. überhaupt erst diskutiert werden.

Wie sieht für dich zukunftsfähiges Arbeiten aus? Und welche Skills werden immer wichtiger?

Die Zukunft der Arbeit ist für mich vor allem eines: vernetzt. Die IT-Abteilung muss die Sprache der Marketing-Abteilung verstehen und genauso umgekehrt. Daher ist für mich eine Kompetenz wichtiger denn je: Storytelling. Nur wer in der Lage ist, Komplexität so darzustellen, dass sie greifbar und verstehbar ist, wird Teams begeistern und damit zukunftsfähig sein.

Du beschäftigst dich auch mit Female Leadership. Hast du das Gefühl, dass sich aktuell in der Arbeitswelt für Frauen etwas bewegt? Und welche Rolle spielt die Digitalisierung dabei?

Ohne Diversität keine Digitalisierung. Unternehmen, die auf Diversität setzen, sind innovativer, erfolgreicher und vor allem wettbewerbsfähig. Ich bemerke durchaus ein stärkeres Bewusstsein bei Unternehmen, auf Diversität zu setzen. Diesem Bewusstsein müssen allerdings auch Taten folgen, bloße Lippenbekenntnisse helfen nicht. Die Chief Digital Officer sind mehr denn je gefragt auch Chief Diversity Officer zu sein – die Digitalisierung ist daher das Momentum an dem deutlich wird, wie divers eine Organisation aufgestellt ist. Umso wichtiger ist es, genau diese Positionen mit eben diverseren Profilen zu besetzen und genau hier sehe ich eine große Chance für Frauen!

Vielen Dank für deine Zeit und das spannende Interview!

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