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Beiersdorf Exklusiv: Dr. Rixa Dippe und Dr. Gesa Muhr

Jobsharing Beiersdorf Interview

Gesa und Rixa arbeiten bei der Beiersdorf AG im Category Test Team Eucerin/Health Care. Seit Mai 2017 sind sie ein Tandem. Im Interview erzählen sie davon, wie sie sich gefunden haben, was Jobsharing für sie bedeutet und wie eine gute Jobsharing-Organisation funktioniert.

Ihr arbeitet seit dem 01.05.2017 im Jobsharing. Vorher kanntet ihr euch nur flüchtig. Wie hat sich euer Tandem gefunden? Und wie waren eure ersten Monate im Jobsharing?

Gesa: Gefunden haben wir uns tatsächlich über unsere Vorgesetzte.

Ende 2016 habe ich den Job alleine und in Vollzeit gemacht. Dabei habe ich gemerkt, dass ich auf Dauer die vielen Aufgaben und mein Privatleben nicht mit einer solchen Qualität hinbekomme, dass ich mich damit wohl fühle. Ich war sehr gestresst und verlor den Spaß an meiner Arbeit. Nach Gesprächen mit meiner Vorgesetzten schlug sie das Jobsharing Modell vor und nannte etwas später Rixa als potentielle Partnerin. Bis dahin kannten wir uns nur flüchtig und hatten noch nicht zusammengearbeitet. Wir haben uns also zunächst zum besseren Kennenlernen getroffen und uns dann entschieden, es zu versuchen. Für mich war es wichtig, von Anfang an das Gefühl zu haben, dass wir auf einer Wellenlänge sind. Die ersten Monate waren dann sehr aufregend. Man muss sich natürlich erstmal kennenlernen und Arbeitsabläufe entwickeln und klären.

Rixa:Als Gesa und ich uns gefunden haben, war ich seit 5 Jahren auf einem tollen Job in einem anderen Bereich – in Teilzeit. Ich wollte mal wieder etwas Neues machen, aber wenn man in Teilzeit sucht, ist das gar nicht so leicht. Deswegen war ich froh, dass Gesa gerade in diesem Moment einen Jobsharing Partner suchte – und ich zudem die Möglichkeit hatte, meine Stunden noch etwas zu reduzieren. Nach einem ersten Kennenlernen sowie nach Rücksprache mit einer Kollegin, die uns beide kannte, war klar, dass ich das Modell mit Gesa sehr gerne probieren wollte.

Ich habe in den ersten Monaten im Jobsharing zunächst sehr viel Neues gelernt, weil die Stelle eine völlig andere war. Von Gesa konnte ich sehr viel lernen, da sie den Job ja schon vorher gemacht hatte. Gleichzeitig konnte ich direkt viele eigene Ideen und Arbeitsweisen einbringen, da sowohl Gesa als auch unser Team sehr offen waren.

Wie kam es dazu, dass ihr dieses Modell gewählt habt? Was war eure Motivation, weniger zu arbeiten?

Rixa: Meine Motivation, das Jobsharing Modell zu wählen, war, dass ich einen neuen anspruchsvollen Job machen wollte. Da ich Struktur und Organisation mag, hat mich auch das Jobsharing gereizt. Und wenn man selber Jobsharing vorlebt, kann man vielleicht auch Mitarbeiter dabei unterstützen, ein solches Modell zu wählen.

Gesa: Für mich haben sich durch die Geburt meiner Tochter und noch weitere familiäre Umstände einfach die Prioritäten verschoben. Familie und Job – das kann einen ganz schön unter Druck setzen. Daher habe ich mich für eine Teilzeit-Variante entschieden. Gleichzeitig wollte ich keine allzu großen Kompromisse hinsichtlich meines Verantwortungsbereichs machen – also war das Jobsharing Modell eine gute Möglichkeit.

Steckbrief Tandem bei Beiersdorf

Wie organisiert ihr euren Arbeitsalltag im Tandem?

Gesa: In unserem Bereich bearbeiten wir verschiedene voneinander unabhängige Projekte, daher haben wir uns entschieden diese unter uns aufzuteilen. Auch für unser Team wollten wir weiterhin die vertraute Atmosphäre eines 4-Augen Gesprächs bieten. Deshalb haben wir uns auch als Ansprechpartner für das Team aufgeteilt. Hinsichtlich der Gesamt-Ausrichtung des Teams sowie zu strategischen und budgetären Themen treffen wir Entscheidungen gemeinsam.

Rixa: Ich denke der Grundstein dieser Organisation ist sehr gut gelungen, aber wir sind nach 8 Monaten noch nicht am Ende.

Ihr bezeichnet es selbst als „Weihnachtsgeschenk“, dass ihr euch durch eure Vorgesetzten gefunden habt. Wenn man dieses Glück nicht hat, was ist bei der Suche wichtig?

Rixa: Nachdem man mögliche Jobsharing Partner identifiziert hat, sollte man durch persönliche Gespräche ein Gefühl dafür entwickeln, ob man das nötige Vertrauen aufbauen kann, sich den Job zu teilen.

Gesa:Wie Rixa schon sagte, sind ein gutes Bauchgefühl bei der Wahl des Partners sowie Sympathie und Vertrauen sehr wichtig. Bei unserem Tandem ist es gut, dass wir beide bereits einige Erfahrungen als alleinige Teamleitung hatten. Auf der fachlichen Ebene haben wir beide einen unterschiedlichen Background, das empfinde ich ebenfalls als sehr bereichernd. So hat jeder Partner auch noch seine ganz eigene Kompetenz, die er mit einbringt.

Was ist besonders wichtig, damit Jobsharing gelingt? Habt ihr Tipps?

Gesa:Jobsharing ist sehr individuell, jedes Tandem muss seinen eigenen Weg finden. Für mich ist die jeweilige Einstellung, das Mindset, besonders wichtig: man selbst und der Jobsharing Partner muss dieses Modell wollen und dazu bereit sein. Die eigenen Arbeitsweisen müssen überdacht und angepasst werden, und man muss jederzeit offen für Feedback durch den Jobsharing Partner sein. Vertrauen ist dabei ein ganz zentrales Element. Man kann nicht jede Entscheidung mit dem Jobsharing Partner abstimmen. Aber man muss darauf vertrauen können, dass der Partner eine Entscheidung mitträgt.

Und man sollte Spaß an der Sache haben. Ich denke es ist ein sehr gutes Zeichen, wenn man morgens zur Arbeit kommt und sich richtig freut, seinen Jobsharing Partner zu sehen.

Rixa Auch ich denke, der Wille, den Job gemeinsam machen zu wollen ist besonders wichtig. Und Vertrauen in die Fähigkeiten, die Arbeit und die Persönlichkeit des Jobsharing Partners.

Eine ähnliche Einstellung zum Umgang mit Kollegen und Mitarbeitern, Erfolgen und Misserfolgen etc. ist natürlich hilfreich, aber nicht unbedingt notwendig. Unterschiede können fachlich und persönlich auch total bereichernd sein.

Bitte vervollständigt den folgenden Satz: „Jobsharing bedeutet für mich…“

Rixa:… einen tollen und verantwortungsvollen Job auszuüben, mich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln und dennoch Zeit für meine Familie zu haben.

Gesa: Genau. Zusätzlich zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf kommt auch eine persönliche und berufliche Weiterentwicklung: Ich habe in den letzten Monaten sehr viel dazu gelernt.

Vielen Dank für das interessante Interview!

Die ganze Interviewreihe „Beiersdorf Exklusiv“ gibt es hier!

Beiersdorf Exklusiv Interviewreihe alle Tandems

 

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